Ursula Poznanski: Erebos 2 [Rezension]

Cover Ursula Poznanski Erebos 2
Cover © Loewe Verlag

EREBOS ist zurück …und hat dazugelernt.
Als Nick auf seinem Smartphone ein vertrautes Icon in Gestalt eines roten E entdeckt, glaubt er zuerst an einen Zufall. Aber dann wird ihm klar: Erebos hat ihn wiedergefunden …
Der sechzehnjährige Derek hingegen ist nur kurz misstrauisch, als das rote E auf seinem Handy aufleuchtet. Zu spät begreift er, dass er selbst zu einer Spielfigur geworden ist. Und es um viel mehr geht, als er sich je hätte vorstellen können…
(Inhaltsangabe © Loewe Verlag)

Endlich ist es da: Erebos 2! Nach der Ankündigung des Loewe Verlages im März, dass Ursula Poznanski wirklich eine Fortsetzung ihres Bestseller-Erfolges „Erebos“ (Rezension) schreibt, war ich ganz aus dem Häuschen und habe als Mitglied des Inneren Kreises den aktuellsten Informationen zum Buch entgegengefiebert.

Im zweiten Teil von „Erebos“ ist die Technik natürlich weiterentwickelt und während im ersten teil alle heiß auf das Spiel waren, das heimlich auf dem Schulhof gehandelt wurde, installiert sich „Erebos“ dieses Mal selbstständig auf Smartphones und PCs. Vor allem, Nick Dunmore, der inzwischen studiert und sich sein Geld als Fotograf auf Hochzeiten und in Schulen verdient, ist wenig begeistert, als das rote E auf seinem Handy auftaucht. Er hat kein Interesse daran, sich noch einmal mit Erebos einzulassen. Doch Erebos setzt ihn unter Druck und Nick bleibt nichts weiter übrig, als zu spielen.

Anders ergeht es Derek, der von dem Spiel, das plötzlich auf seinem Handy erscheint, fasziniert ist. Ähnlich wie Nick vor zehn Jahren taucht er in die lebensecht inszenierte Fantasywelt ein. Doch er wird schnell misstrauisch als das Spiel Dinge von ihm verlangt, die ihn in Schwierigkeiten bringen.

Die Story wird im Grunde aus diesen beiden Erzählperspektiven erzählt. Mit Nick haben wir einen Protagonisten, der sich dem Spiel sofort wieder entziehen will und einen Draht zu den Personen von früher. Derek hingegen bringt parallel den Zugang zur neuen Spielergeneration. Die Sequenzen innerhalb des Spiels sind zur Abhebung wieder im Präsens verfasst.

Anfangs ist der neue Thriller von Ursula Poznanski spannend und es vor allem schon ziemlich gruselig, wie Erebos allumfassend seine Spieler*innen kontrolliert. Erebos hat seine Augen überall und Nick muss sich wirklich etwas einfallen lassen, wie er seine Freunde von früher kontaktieren kann, ohne dass Erebos ihn dabei erwischt.

Allerdings braucht man dann auch zunehmend einen langen Atem. Es gibt wie im ersten Teil die Einblicke in die Spielwelt, allerdings deutlich weniger faszinierend und vor allem fehlte dieses Mal der Suchtfaktor, den das Spiel ausmacht. Da das Spiel nach Lust und Laune die Spieler blockiert oder aus dem Spiel schmeißt, wirkt es auch weniger als Spiel, denn als Mittel zum Zweck. Zu welchem Zweck hat sich mir lange verborgen. Ich muss zugeben, dass ich nicht so schnell hinter den Drahtzieher und dessen Motiv gekommen bin, sondern mich von der später wieder zunehmenden Spannung zum Showdown habe tragen lassen.

Die Auflösung allerdings hat mir dann wieder richtig gut gefallen und damit versöhnt, dass „Erebos 2“ mich nicht ganz so mitreißen konnte, wie sein Vorgänger. Toll fand ich es als Fan natürlich zu erfahren, was aus den Spielerinnen und Spielern von früher geworden ist und wie sie sich weiterentwickelt haben.

Insgesamt hat mir „Erbeos 2“ gut gefallen, nur die Sogwirkung und die Faszination für „Erebos“ fehlte mir irgendwie. Nick Dunmore ist übrigens immer noch eine genauso coole Socke wie früher und es war mir ein Fest, ihn und seine Freunde wiederzutreffen.

© Tintenhain


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Dilogie, Band 2
Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Loewe Verlag GmbH (14. August 2019)
ISBN-10: 374320049X
ISBN-13: 978-3743200494
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Preis: € 19,95 [D]
Rezensionsexemplar
Cover Ursula Poznanski Erebos 2
Cover © Loewe Verlag

11 Kommentare

  1. Hallo und guten Tag Mona,

    was mir persönlich aufgefallen ist im Vergleich zum Band 1 es gibt etwas mehr an Seitenzahl jetzt.
    Die Altersempfehlung ist jetzt ab 14 Jahren statt ab 12 Jahren geklettert.
    Und der Preis von netten 9,95 Euro zu 19.95 Euro gestiegen.

    Mal schauen, wie andere Blogger den Roman bewerten….

    LG..Karin…

      1. Hallo und guten Tag,

        O.K. das mit der Taschenbuch-Hardcover-Variante habe ich nicht gewusst….
        Was bedeutet das eigentlich für mich als Käuferin, was bekomme ich denn dafür jetzt mehr ?
        2011 kam Erebos 1 auf den Markt, da gab es auch schon einen festere Coverseite als bei normalen Taschenbüchern üblich.

        LG..Karin..

      2. Stimmt, ich habe den ersten Teil auch als Klappenbroschur gelesen. Keine Ahnung, was der gekostet hat. Ich hatte das Buch aus der Bücherei.
        Du kannst natürlich jetzt warten, bis es den 2. Band als Taschenbuch gibt, Hardcover sind schon ganz schön teuer geworden. Dieses ist durchaus besonders schön gestaltet, mit schwarzem Schnitt und dem Aufdruck „Erebos 2“. Innen ist eine geprägte Signatur der Autorin, das wohl aber nur in der ersten Auflage als Sonderedition. Es ist schon ganz schick gemacht, passend zur Neuauflage vom ersten Teil (auch für 19,90€). Da muss man dann halt schauen, ob es einem das wert ist. Inhaltlich, also vom Text her bekommst du natürlich nicht mehr als in einem Taschenbuch oder eBook. Behaupte ich jetzt mal. 😉

  2. Guten Morgen,

    ich habe jetzt erstmal nur dein Fazit gelesen, weil ich noch nicht genau weiß, ob ich den zweiten Band nicht auch selbst lesen möchte. „Erebos 1“ habe ich geliebt – mehrfach gelesen und gehört. Für mich hätte es keine Fortsetzung benötigt, aber ein bisschen neugierig bin ich natürlich schon auch. 🙂

    Mit Harlan Coben („Suche mich nicht“) hattest du übrigens total recht. Ein geniales Buch!

    1. Hach, ich freue mich ja immer, wenn sich jemand genauso für Coben begeistern kann wie ich!

      Ich kann verstehen, wenn man an „Erebos 2“ skeptisch herangeht, gerade wenn man es so mag. Die Erwartungen sind da schon sehr hoch. Aber das Wiedersehen hat Spaß gemacht. 😉

      Liebe Grüße
      Mona

  3. Hallo Mona,
    ich habe mich genauso gefreut auf Erebos 2. Teil 1 fand ich damals so klasse. Da die Technik sich in den Jahren natürlich sehr gesteigert hat, fand ich es toll, dass Poznanski noch einen Roman zu dem Thema geschrieben hat. Ich habe den zweiten Teil nun auch schon beendet und kann deiner Kritik, der positiven wie der negativen, sehr zustimmen.
    Sehr schöne Rezension
    Liebe Grüße
    Charline

  4. Hallo Mona,

    Ich habe mir das Buch in der Onleihe vorbestellt. Die Autorin liest bald am Gymnasium meiner
    Tochter und ich bin gespannt, was diese nach der Lesung sagen wird.

    Liebe Grüße,
    Petra

    1. Hallo Petra,

      da wird deine Tochter aber ein tolles Erlebnis haben. Die Autorin ist wirklich richtig toll im persönlichen Kontakt und beantwortet auch alle Fragen sehr nett. Finde ich auch super, dass sie an Schulen geht. Ich wünsche deiner Tochter und ihrer Klasse ganz viel Spaß. Da bin ich ja ein bisschen neidisch. 😉

      Liebe Grüße
      Mona

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