Ursula Poznanski/ Arno Strobel: Invisible (2) [Rezension]

Cover (c) Rowohlt Wunderlich
© Rowohlt Verlag

Eine Serie von grauenvollen Morden gibt den Hamburger Kriminalkommissaren Nina Salomon und Daniel Buchholz Rätsel auf: Einem Patienten wird während einer OP ins Herz gestochen, ein Mann totgeschlagen, ein anderer niedergemetzelt…Die Täter sind schnell gefasst. Nur ihre Motive sind völlig unbegreiflich, denn keiner von ihnen hat sein Opfer gekannt. Das einzige, was sie verbindet: Die unermessliche Wut auf das Opfer. Und dass sie nicht wussten, was über sie kam.
Kann es sein, dass sie manipuliert wurden? Aber von wem und vor allem: wie?
Was Salomon und Buchholz schließlich aufdecken, wirft ein ganz neues Licht auf die Dinge, die unser Leben so bequem machen… (Klappentext)

Der renommierte Herzchirurg Dr. Bremer kann es nicht fassen: Während einer Herz-OP seines Kollegen hat er dem Patienten das Skalpell ins Herz gestoßen. Dabei kennt er den Mann doch gar nicht. Er ist nicht einmal sein Patient. Nur eine unfassbare Wut auf sein Opfer ist ihm noch präsent. Wenig später ereilt eine neue Meldung die Kripo Hamburg: Ein Mann wurde in seiner Wohnung erstochen. Auch hier wird der Täter schnell gefasst. Zwar ist er geständig, aber auch er kann seine Wut auf sein Opfer den fassungslosen Kriminalkommissaren Daniel Buchholz und Nina Salomon kaum nachvollziehbar erklären. Ein weiterer Fall, bei dem ein Mann wutentbrannt auf offener Straße erschlagen wird, lässt bei Nina Salomon bald keine Zweifel mehr. Diese Fälle müssen in einem Zusammenhang stehen. Doch wonach suchen, wenn die Täter bereits gefasst und geständig sind, es aber keinerlei Anhaltspunkte dafür gibt, dass Täter und Opfer untereinander kennen? Gibt es einen Strippenzieher im Hintergrund? Aber wie und warum kann jemand andere dermaßen manipulieren? Nina Salomon und Daniel Buchholz sind sich sicher, dass sie schnell handeln müssen, denn es ist nicht absehbar, wen es als nächsten trifft.

Mit „Invisible“ legen Arno Strobel und Ursula Poznanski den zweiten Thriller mit dem Ermittlerpaar Salomon und Buchholz vor. Die beiden ungleichen Polizisten haben mir bereits in „Anonym“ sehr gut gefallen: Charaktere mit Ecken und Kanten, die man vielleicht nicht auf den ersten aber doch spätestens auf den zweiten Blick ins Herz schließen muss. Inzwischen klappt es ein wenig besser mit der Zusammenarbeit, auch wenn die unkonventionelle Nina nach wie vor Alleingängen kaum widerstehen kann und Daniel ihr mit seiner überkorrekten, pedantischen Art ab und an auf den Geist geht. Doch im Zweifelsfall wissen sie, dass sie sich aufeinander verlassen können. Schwieriger ist es da mit den anderen Kollegen im Team. Irgendwie scheint der Wurm drin zu sein und der neu zugeteilte Kollege Philipp Hanke sorgt noch für zusätzlichen Zündstoff, da er sich wie eine Klette an Nina heftet.

Wie gewohnt schreiben die beiden Autoren abwechselnd aus der Ich-Perpektive von Nina und Daniel, was einen tieferen Einblick in deren Gedanken und Gefühle ermöglicht. Dabei gelingt es dem Autorenpaar mühelos, dass man als Leser jederzeit weiß, welchen der beiden Protagonisten man gerade begleitet. Auch die Perspektive eines geheimnisvollen Fremden, dessen Identität und Rolle im Geschehen erst zum Schluss offenbart werden, kommt in sehr geringen, effektvollen Dosen zum Tragen. Allerdings hätte die Story kaum an Spannung verloren, wenn diese Stimme gefehlt hätte.

Der Thriller ist von Anfang an mitreißend und hält den Spannungsbogen durchgehend hoch. Eine Szene, die mich regelrecht den Atem anhalten ließ, ist mir auch jetzt noch sehr präsent. Auch der Schlagabtausch zwischen den Kollegen und vor allem Nina und Daniel hat mir wieder sehr viel Spaß gemacht und ich finde es richtig toll, wie sich die Charaktere in ihrer Beziehung zueinander entwickeln. Der Fall, den die Mordkommission lösen muss, ist außerordentlich verzwickt. Zwar gab es durchaus den Moment, an dem ich der Lösung sehr nahe war, doch wer hinter all den Morden steckte, erschloss sich mir tatsächlich erst gemeinsam mit Nina und Daniel.

Besonders gut gefiel mir auch der subtile Humor, der immer wieder situativ aufblitzte. Ich mag es sehr, wenn kleine Lacher oder auch nur ein breites Grinsen die Spannung auflockern. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich ein wenig in die beiden Polizisten verliebt habe und es kaum abwarten kann, noch mehr über sie zu erfahren.

Auch wenn der erste Band der Reihe „Anonym“ mich vor allem aufgrund seiner Brutalität weniger überzeugen konnte, so hat „Invisible“ dies auf jeden Fall wieder wett gemacht und ich bin begierig auf die Fortsetzung und eine erneute Begegnung mit Nina Salomon und Daniel Buchholz. Was beide Büchern der Reihe gemeinsam haben, ist ein außergewöhnliches, jedoch brandaktuelles Thema – etwas, das ich an den Büchern von Ursula Poznanski sehr schätze.

© Tintenhain

Leseprobe
Gemeinsame AutorenseiteAutorenseite Ursula Poznanski  Autorenseite Arno Strobel

Weitere Rezensionen von Bloggern
Leseratz
Bücherweltenwanderer
Buchstabenstadt
Bücherlogie (Achtung, spoilert sehr stark!)

Die Thriller-Reihe mit Buchholz und Salomon
1. Anonym
2. Invisible

Werbung

Ursula Poznanski/ Arno Strobel: Invisible (2)

Reihe, Band 2
Broschiert:
368 Seiten
Verlag: Wunderlich (27. März 2018)
ISBN-10: 3805200153
ISBN-13: 978-3805200158
Preis: € 14,99 [D]
Rezensionsexemplar

Cover (c) Rowohlt Wunderlich
© Rowohlt Verlag

15 Kommentare

  1. Hallo Mona,
    Die Idee mit den zwei Erzählern gefällt mir sehr gut. Anonym fand ich auch nicht schlecht. Doch ich werde auch wieder zum Hörbuch greifen. DurchbzweinSprecher kommen die beiden Sichten sehr gut heraus.
    Alles Gute
    Silvia

  2. Hallo Mona,
    ich stimme Dir absolut zu. Ich hab das Hörbuch heute beendet und gemerkt, wie sehr ich dieses Ermittlerteam mittlerweile mag.
    Ehrlich gesagt, warte ich nun voller Ungeduld auf den nächsten Teil! g
    Liebe Grüße
    Ela

  3. Hey 🙂

    Mit scheint, wir sind nicht nur zeitgleich mit dem Buch bzw. mit der Rezi fertig geworden, sondern mögen auch dieselben Dinge daran 😀 … Schön, dass du auch drauf hinweist, dass andere stark spoilern, ich habe mich dieses Mal wirklich bemüht, das zu vermeiden, weil es einem eigentlich fast den ganzen Spaß nimmt.

    Liebe Grüße
    Ascari

  4. Liebe Mona,
    Oh, das klingt ja richtig gut. Ich war mir sehr unsicher, ob ich den zweiten Band lesen soll. „Anonym“ hat mir richtig gut gefallen und deswegen habe ich Angst, dass ich von der Fortsetzung enttäuscht sein könnte. Außerdem hat mich der Klappentext jetzt nicht sooo sehr angesprochen. Aber was du zu dem Buch schreibst hat mich jetzt doch sehr neugierig gemacht und mich überzeugt, dass das Buch auf meine Wunschliste muss. Also Danke dafür. 🙂
    Liebe Grüße, Julia

  5. „Anonym“ konnte mich ja schon überzeugen und wenn du so vom zweiten Band schwärmst muss der her! Steht natürlich schon auf meiner Wunschliste, aber Folgebände bauen ja auch gerne mal ab. Hier scheint das Autorenduo aber gewohnt gut zu schreiben und wenn du beim lesen den Atem anhalten musst – was will das Thrillerherz mehr?! 😉

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.