Tintenhain – Der Buchblog

Svenja Leiber: Nelka [Rezension]

Cover Svenja Leiber: Nelka
Cover © Suhrkamp

Lemberg, 1941. Die sechzehnjährige Nelka wird von Soldaten aufgegriffen und mit zahlreichen Mädchen und Frauen nach Westen verschleppt. Auf einem norddeutschen Gutshof werden sie zu schwerer Arbeit gezwungen. Ihr Vater hatte Nelka früh im Obstbau unterrichtet, und schon als Kind hatte sie ihm beim Veredeln der Apfelbäume geholfen. Dank dieses Wissens kann sie sich anfänglich der Zudringlichkeit des Gutsverwalters erwehren. Sie plant den Apfelanbau für ihn, und die Plantagen bescheren ihm nach dem Krieg ein Vermögen. Jahrzehnte später kehrt Nelka an den Ort ihres Leidens zurück. Sie will, dass Marten sich an das erinnert, wovon sie selbst sich endlich befreien muss. (Inhaltsangabe © Suhrkamp Verlag)

Ein Roman, der nachwirkt

In Rückblenden wird erzählt, wie Nelka als junges Mädchen aus dem besetzten Lemberg/Lwów auf einen norddeutschen Gutshof verschleppt wird. Dort muss sie gemeinsam mit anderen Frauen unter harten Bedingungen schwere Arbeit verrichten. Die Geschichte führt uns in eine Zeit, in der Menschen ihrer Freiheit und ihrer Heimat beraubt wurden – und erzählt dabei sehr eindringlich von Nelkas Erlebnissen, ihrem Durchhalten und dem, was solche Erfahrungen mit einem Menschen machen. Nelka will abschließen und die Dämonen endgültig vertreiben.

Die Sprache der Autorin ist außergewöhnlich und intensiv. Svenja Lieber gelingt es, Bilder und Gefühle entstehen zu lassen, die einen nicht so schnell wieder loslassen. Immer wieder gab es Stellen, an denen ich beim Lesen innehalten musste, weil mich das Erzählte so sehr berührt hat. Obwohl die Geschichte stellenweise schwer und bedrückend ist, konnte ich “Nelka” kaum aus der Hand legen. Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen – innerlich durchgehend angespannt und aufgewühlt, stellte sich keine Müdigkeit ein.

Ich bin begeistert von diesem berührenden, großartig erzählten Buch und spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus!

Anmerkung: Der Roman von Svenja Leiber wurde für den Deutschen Buchpreis 2026 nominiert (Longlist).

© Tintenhain


Leseprobe

Mehr aktuelle Romane im Tintenhain
Florence Knapp: Die Namen
Lena Kupke: Pause
Maxim Leo: Einatmen. Ausatmen.
Christian Huber: Solange ein Streichholz brennt
Tanja Kokoska: Guten Morgen, schönes Wetter heute


Einzelband
Hardcover: 204 Seiten
Verlag: dtv (18. Februar 2026)
ISBN-13: 978-3-518-43276-1
Preis: € 24,00 [D]
auch als E-Book
Bibliothek
Cover Svenja Leiber: Nelka
Cover © Suhrkamp

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert