Romy Fölck: Fünf Fremde [Rezension]

Die Wellen peitschen gegen die Fähre, als fünf Passagiere an einem stürmischen Oktobertag die Insel Neuwerk in der Nordsee erreichen. Für vier von ihnen ist es die Rückkehr an einen Ort, der dunkle Erinnerungen wachruft. An einen Sommer vor dreißig Jahren, in dem zwei Teenager spurlos aus dem Schullandheim verschwanden. Auch damals waren die vier auf Neuwerk – und eine Frage hat sie seither nie mehr losgelassen: Was geschah in jenem verhängnisvollen Sommer wirklich? Als ein Orkan aufzieht und niemand die Insel verlassen kann, drängen lang gehütete Geheimnisse an die Oberfläche. Denn es gibt jemanden, der die Antwort kennt. Und der nicht eher ruht, bis eine alte Schuld endlich gesühnt wird … (Inhaltsangabe © Bastei Lübbe)
“Fünf Fremde”, der erste Thriller von Krimiautorin Romy Fölck lag viel zu lange auf meinem SuB. Ich liebe ihre Elbmarsch-Krimireihe mit Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn, aber auch die atmosphärischen Roman wie “Die Rückkehr der Kraniche”.
In “Fünf Fremde” geht es um einen Cold Case aus den 90er Jahren auf der Insel Neuwerk vor Hamburg. Hier verschwanden damals die beiden Teenager Isabell und Janosch spurlos aus einem Schullandheim. Nur Isa wurde damals traumatisiert wiedergefunden, von Janosch fehlt bis heute jede Spur.
Nun treffen sich fünf Personen auf Neuwerk wieder. Damals waren sie dabei und noch ahnen sie nicht, dass der Fall sie die verhängnisvolle Nacht wieder aufleben lassen wird. Die Kommissarin Annika Lundt fährt auf die Insel, um sich um ihre demente Mutter zu kümmern. Sie trifft auf die Ordensschwester Charlotte, die damals noch Lehrerin war. Auch der Meteorologe Mats Nilsson, die Journalistin Sinje Bianchi und die angehende Vogelwartin Michelle Welm befinden sich an Bord des Schiffes, mit dem die einander Fremden auf die Insel übersetzen. Schon während der Überfahrt kommt es zu einem Zwischenfall, bei dem Sinje über Bord gestoßen wird. Ein Skelettfund auf dem Friedhof der Namenlosen und das Verschwinden der derzeitigen Vogelwartin bringen die Ereignisse von damals zurück ans Licht. Jemand kennt die Wahrheit über den Sommer 1995 und fordert Vergeltung für eine alte Schuld.
Romy Fölck hat für ihren Thriller ein tolles Setting gewählt: Eine kleine Insel in einem Sturm. Die Protagonisten sind geheimnisvoll und interessant. Besonders die Figuren von Mats und Annika habe ich gern verfolgt und eine besondere Bindung zu ihnen aufbauen können.
© Tintenhain
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