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Romy Fölck: Düstergrab (6) [Rezension]

Cover: Romy Fölck Düstergrab
Cover © Bastei Lübbe

Dunkle Regenwolken treiben über dem kleinen Friedhof in der Marsch, als Kommissarin Frida Paulsen der Beerdigung eines ehemaligen Schulfreundes beiwohnt. Am nächsten Tag steht sie erneut vor seinem Grab – Spuren deuten darauf hin, dass es in der vergangenen Nacht geschändet wurde. Entsetzt blickt sie nun in das Innere des Sarges: Auf dem Leichnam des Verstorbenen liegt eine weitere Leiche, die eines Mädchens, bekleidet mit einem Kopftuch und einem altertümlichen Kleid. Handelt es sich bei der Toten um eine der Zwillingsschwestern, die vor Jahren verschwanden? Ihre Ermittlungen führen Frida und ihren Kollegen Bjarne Haverkorn schon bald zu einem Ehepaar, das nach archaischen Regeln auf einem abgelegenen Gehöft lebt. Und dunkle Geheimnisse zu verbergen scheint… (Inhaltsangabe © Bastei Lübbe)

“Düstergrab” ist der inzwischen sechste Band der “Elbmarsch-Krimi”-Reihe von Romy Fölck mit dem Ermittlerduo Bjarne Haverkorn und Frida Paulsen. Es ist empfehlenswert, die Krimis in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Am Tag nach der Beerdigung ihres alten Schulfreundes Paul spricht der Friedhofswächter Frida Paulsen an, die Kommissarin bei der Polizei in Itzehoe ist. Er ist sich sicher, dass das Grab erneut geöffnet wurde und die Kränze verschoben wurden. Ohne zu zögern, holt Frida sich einen Beschluss und lässt das Grab erneut öffnen, um zu überprüfen, ob Pauls Leiche gestohlen wurde. Zu ihrer Überraschung fehlt die Leiche jedoch nicht, sondern es liegt eine zweite Leiche über dem Toten. Es handelt sich um die vor Jahren verschwundene Lilly, die in einem altmodischen Kleid und mit einem Kopftuch gefunden wird. Ihre Zwillingsschwester, mit der sie damals das Haus der Pflegeeltern verlassen hat und seitdem verschwunden ist, bleibt jedoch unauffindbar.

Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn, der als Mitarbeiter der Cold Case Einheit ebenfalls in den Fall involviert ist, beginnen mit den Ermittlungen. Die Spur führt sie zu einem abgelegenen Gutshof, auf dem eigenartige Dinge vor sich zu gehen scheinen.

Wie in den vorherigen Bänden spielt auch “Düstergrab” in der Elbmarsch, wo Fridas nicht mehr ganz so fitte Eltern einen eigenen Apfelhof betreiben. Die Autorin beschreibt die Landschaft, das Leben in der Elbmarsch und auf dem Apfelhof anschaulich und authentisch und vergisst dabei nicht, die Entwicklung ihrer Figuren und deren Beziehungen zueinander voranzutreiben.

Die Handlung ist fesselnd, komplex und wie immer bildhaft und flüssig zu lesen. Neben dem Mord an dem jungen Mädchen müssen die Ermittler auch einen Anschlag auf Fridas neuen Partner Bootz aufklären, was sie rund um die Uhr beschäftigt. Wie schön, dass Haverkorn und Frida vorübergehend wieder als Team zusammenarbeiten! Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive der beiden Ermittler erzählt, was für Abwechslung sorgt und Einblicke in ihre Ermittlungsarbeit sowie ihr Privatleben gewährt, das auch in diesem Band viele Entwicklungen durchläuft. Neben den aktuellen Ereignissen gibt es Rückblicke in eine Hutterer-Gemeinschaft in Kanada, deren Verbindung zur gegenwärtigen Handlung nach und nach ans Licht kommt. Gerade diese Einblicke, die an das Leben der Amish erinnern, machten für mich einen besonderen Reiz aus

“Düstergrab” ist ein gut geschriebener Kriminalroman, der nicht nur durch eine packende Handlung und gut ausgearbeitete Charaktere überzeugt, sondern auch durch die atmosphärische Beschreibung der norddeutschen Landschaft. Romy Fölck gelingt es wieder einmal vortrefflich, eine beklemmende Stimmung zu erzeugen, die den Leser von Anfang bis Ende fesselt.

© Tintenhain


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Leseprobe

Die Elbmarsch-Krimireihe
1. Totenweg – Rezension
2. Bluthaus – Rezension
3. Sterbekammer – Rezension
4. Mordsand – Rezension
5. Nebelopfer – Rezension
6. Düstergrab – Rezension

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Reihe, Band 6
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Lübbe (28. Juli 2023)
ISBN-10: 3785728344
ISBN-13: 978-3785728345
Preis: 22,00 € (D)
eBook: 4,99€ (befristete Aktion)
Rezensionsexemplar
Cover: Romy Fölck Düstergrab
Cover © Bastei Lübbe

Ein Kommentar

  1. Ich muss sagen, ich bin total begeistert von „Düstergrab“! Die Geschichte ist richtig spannend und fesselnd, und die Atmosphäre, die sie schafft, ist einfach klasse. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, und die Art, wie Vergangenheit und Gegenwart miteinander verknüpft werden, hat mir besonders gut gefallen. Alles in allem ein super Buch, das ich nur empfehlen kann!

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