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Diana Menschig: Die alte Wassermühle [Rezension]

Cover Diana Menschig: Die alte Wassermühle
Cover © Kampa Verlag

Plätschernd fließt der Bach dahin, stetig dreht sich das Mühlrad. Genauso soll es sein, genauso ist es seit Jahrhunderten. Nichts deutet darauf hin, dass etwas nicht stimmt, und doch beschleicht Bianca Kor­nelis ein ungutes Gefühl. Dabei war sie die treibende Kraft, als es darum ging, die alte Mühle zu renovieren und mit der Familie aufs Land zu ziehen – das Café samt kleiner Pension ist ihr Lebenstraum. Nun häufen sich Beschwerden von Gästen, die nachts kein Auge zubekommen.

Der Grund: Das Mühlrad quietscht. Zwar hat der Vorbesitzer dringend davon abgeraten, das Rad anzuhal­ten, aber Bianca und ihr Mann wissen sich nicht anders zu helfen – schließlich geht es inzwischen um nichts weniger als die Exis­tenz der Familie. Die Folgen sind schreck­lich: Albträume plagen Eltern, Kinder und Gäste, und Bianca findet sich eines Nachts nach Luft ringend und mit nassen Haaren am Bachufer wieder, in der festen Überzeu­gung, eine dunkle Macht habe ihren Kopf unter Wasser gedrückt. Welches schreck­liche Geheimnis birgt das alte Gemäuer? (Inhaltsangabe © Kampa Verlag)

Passend zur schummrig-melancholischen Jahreszeit mit Halloween, gemütlichen Kaminabenden und Kuscheldecke erreichte mich dieses kleine Büchlein von Diana Menschig: eine Gruselgeschichte, bei der es um das nervenaufreibende, gespenstische Quietschen eines alten Wassermühlrades geht.

Die Gäste der urigen Mühle mit Café und Pensionsangebot klagen über das nächtliche Ächzen des Mühlrades und wollen schaurige Geräusche gehört haben. Bevor Bianca und Gregor, die frisch gebackenen Besitzer der Mühle, Gefahr laufen, dass aufgrund der schlechten Bewertungen bald keine Gäste mehr kommen, halten sie das Mühlrad an, obwohl man ihnen dringend davon abgeraten hat. Aber nun legt die alte Wassermühle erst richtig los und auch Bianca und Gregor kriegen des Nachts kein Auge mehr zu. Bianca ist bald davon überzeugt, dass die Mühle ein Geheimnis birgt und der Spuk erst aufhören wird, wenn sie dieses gelüftet hat. Doch bis dahin ist ihr Leben in Gefahr.

Ich liebe es, mich ein wenig zu gruseln – auf die schaurige, altmodische Art und Weise. „Die alte Wassermühle“ habe ich daher sehr genossen. Im Vordergrund stehen die alte Wassermühle und ihre lange Geschichte. Schnell entsteht ein lebendiges Bild des Schauplatzes: die liebevoll restaurierte Ölmühle an einem Waldbach mit einem gemütlichen Café und dem Duft von selbst gebackenen Kuchen. Man möchte am liebsten einmal vorbeischauen. Tagsüber. Mit ihrem nächtlichen Treiben stiehlt die alte Mühle dann selbst der feinfühlig charakterisierten Protagonistin Bianca die Show.

Bereits in ihrem Märchenkrimi „So finster, so kalt“ und auch in ihrem Mystery-Thriller „Dunkle Wurzeln“ (zusammen mit Alexa Waschkau) hat Diana Menschig bewiesen, dass ihr das gruselig-atmosphärische Erzählen sehr liegt. Die Autorin spielt mit schaurigen, aber auch märchenhaften Elementen und baut sehr schnell eine romantische, aber eben auch unheimliche Atmosphäre auf. Die Seiten fliegen nur so dahin und das dünne Büchlein ist schneller gelesen als man „Gespenstergeschichte“ sagen kann. Es lohnt sich auf jeden Fall!

„Die alte Wassermühle“ ist in der Reihe Gatsby Geisterhand des Kampa-Verlages erschienen, in der wunderschön aufgemachte, gebundene Gespenstergeschichten verlegt werden. 

Screenshot Quelle Kampa Verlag Gatsby Geisterhand
Screenshot Quelle: Kampa Verlag

© Tintenhain


Autorenseite

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Einzelband
Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: Kampa Verlag (22. Oktober 2020)
ISBN-13: 978-3311270065
Preis: € 18,00 [D]
Geschenk
Cover Diana Menschig: Die alte Wassermühle
Cover © Kampa Verlag

5 Kommentare

  1. Hallo liebe Mona,

    hm, da erscheint mir das Cover schon ziemlich unheimlich gestaltet, finde ich zumindest mal….

    Danke für das Vorstellen..LG…Karin…

  2. Wooooow,
    so nebeneinander sehen die wunderschön aus.
    Bin echt am überlegen, mir die auch mal zu holen, ihr Blogger habt mir die schmackhaft gemacht 😉

    LG Christina P.

  3. Hallo Mona!
    Wow, das sind ja mal tolle Cover! 😀
    Und „Die alte Wassermühle“ klingt wirklich nach einem schaurigen Buch. Wandert mal direkt auf meine Wunschliste.
    Danke für deine Rezension.
    Liebe Grüße
    Diana

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