Zehn Bücher, die in zehn verschiedenen Ländern spielen [Top Ten Thursday]

Ich hab mich heute morgen ganz schön geärgert, dass ich diesen Top Ten Thursday beinahe verpasst hätte. Also habe ich auf dem Weg zur Arbeit im Bus schon überlegt, welche zehn Bücher, die zehn verschiedenen Ländern spielen, ich vorstellen möchte und stelle Euch nun meine kleine Auswahl vor.

Frankreich

Cover (c) btb Verlag
Cover © btb Verlag

Irène Némirovsky: Suite Française
Rezension
Ein berührendes und eindringliches Porträt Frankreichs unter der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg.

Sommer 1940: Die deutsche Armee steht vor Paris. Voller Panik packen die Menschen ihre letzten Habseligkeiten zusammen und fliehen. Angesichts der existentiellen Bedrohung zeigen sie ihren wahren Charakter…
(Klappentext)

Island

Cover (c) Fischer Verlage
Cover © Fischer Verlage

Yrsa Sigurðardóttir: Geisterfjord
Rezension

Was für ein Thriller! Packend, mysteriös und gruselig. Mein erstes Buch der Isländerin und ich habe inzwischen bereits etliche ihrer Krimis und Thriller gelesen. Mit „Geisterfjord“ hat mich Yrsa Sigurðardóttir zu einem treuen Fan gemacht.

Drei junge Leute aus Reykjavík planen, ein heruntergekommenes Haus in einem verlassenen Dorf in den kargen Westfjorden Islands wieder aufzubauen; sie ahnen nicht, welch gewaltige Ereignisse sie damit in Gang setzen.
In einer Kleinstadt am anderen Ende des Fjords ermittelt zur selben Zeit Polizistin Dagný gemeinsam mit Freyr, einem Psychologen, in einer Reihe von unnatürlichen Todesfällen. Welche Geheimnisse bergen die staubigen Polizeiakten aus dem vorigen Jahrhundert? Und warum hat Freyr auf einmal das Gefühl, dass sein verschollener Sohn noch am Leben sein könnte? Erst als die Verbindung zwischen diesen rätselhaften Geschehnissen sichtbar wird, enthüllt sich die grausige Wahrheit. (Klappentext)

Spanien

Cover (c) Fischer Verlage
Cover © Fischer Verlage

Carlos Ruiz Zafón: Der Schatten des Windes
Ein atmosphärisch dichter Roman, der den Auftakt zu Zafóns großen Barcelona-Romanen bildet. Den Friedhof der Vergessenen Bücher sollte man einfach kennen.

An einem dunstigen Sommermorgen des Jahres 1945 wird der junge Daniel Sempere von seinem Vater an einen geheimnisvollen Ort in Barcelona geführt – den Friedhof der Vergessenen Bücher. Dort entdeckt Daniel den Roman eines verschollenen Autors für sich, er heißt ›Der Schatten des Windes‹, und er wird sein Leben verändern … (Klappentext)

Griechenland

Cover (c) Kiepenheuer & Witsch
Cover © Kiepenheuer & Witsch

Vea Kaiser: Makarionissi oder die Insel der Glückseligen
Rezension

Vea Kaiser erlebte ich zuerst auf einer Lesung und war allein schon dort von ihrem Erzähltalent begeistert. Mit „Makarionissi“ zeigt die Österreicherin ihre Liebe zu Griechenland und den dort lebenden Menschen.

In einem griechischen Bergdorf deutet Yiayia Maria die Zeichen falsch und stürzt gleich mehrere Generationen ihrer Familie ins Unglück. In einer niedersächsischen Kleinstadt entdeckt ihr Enkel die Erotik der deutschen Sprache. Seine Cousine bekommt in einer stürmischen Nacht eine Tochter, die mit einer Glückshaube geboren wird. In der österreichischen Provinz wird derweil erbittert um die Vorherrschaft in der Fußgängerzone gekämpft, in einer Schweizer Metropole mit Ameisen und Heuschrecken gegen die Sehnsucht angekocht. Und auf einer Insel in Form eines Hirschkäfers sucht ein arbeitsloser Gewerkschafter verzweifelt nach seinem Ehering, während ein skurriler Schlagerstar die Frau wiederfindet, die er vor vierzig Jahren verlor. In ihrem zweiten Roman erzählt Vea Kaiser mit furioser Fabulierlust und hinreißender Tragikomik von der Glückssuche einer griechischen Familie und deren folgenreichen Katastrophen, von Helden und Herzensbrechern und solchen, die es gern wären. (Klappentext)

Russland

Cover (c) dtv Verlag
Cover © dtv Verlag

Michail Bulgakov: Der Meister und Margarita
Rezension
Eins dieser Bücher, die ich ohne meinen Buchclub nie gelesen hätte, aber es hat sich gelohnt.

Moskau um 1930: Zusammen mit seinen Gehilfen geht der Teufel um und wirbelt die Stadt mächtig durcheinander. Im Varietétheater richten sie ein heilloses Chaos an und stellen das Publikum – Bürger der Stalinzeit – mit all ihren Schwächen bloß. Die Behörden scheitern kläglich mit rationalen Erklärungsversuchen. Nur zwei Personen entgehen Schreck und Unbill: Der Meister – ein Schriftsteller, der seine Tage in der Psychiatrie zubringt – und Margarita, seine Geliebte, die sich in ihrem gutbürgerlichen Leben nach ihm sehnt. Bulgakows Meisterwerk ist eine auch heute noch hochpolitische Gesellschaftssatire. (Klappentext)

Südkorea

Cover (c) Aufbau Verlag
Cover © Aufbau Verlag

Han Kang: Die Vegetarierin
Das Buch ist mir gerade noch sehr präsent, da wir es gerade im „Buchclub“ gelesen haben.

Yeong-Hye und ihr Ehemann sind ganz gewöhnliche Leute. Er geht beflissen seinem Bürojob nach und hegt keinerlei Ambitionen. Sie ist eine zwar leidenschaftslose, aber pflichtbewusste Hausfrau. Die angenehme Eintönigkeit ihrer Ehe wird jäh gefährdet, als Yeong-Hye beschließt, sich fortan ausschließlich vegetarisch zu ernähren und alle tierischen Produkte aus dem Haushalt entfernt. »Ich hatte einen Traum«, so ihre einzige Erklärung. Ein kleiner Akt der Unabhängigkeit, aber ein fataler, denn in einem Land wie Südkorea, in dem strenge soziale Normen herrschen, gilt der Vegetarismus als subversiv. Doch damit nicht genug. Bald nimmt Yeong-Hyes passive Rebellion immer groteskere Ausmaße an. Sie, die niemals gerne einen BH getragen hat, fängt an, sich in der Öffentlichkeit zu entblößen und von einem Leben als Pflanze zu träumen. Bis sich ihre gesamte Familie gegen sie wendet. (Klappentext)

Indien

Cover (c) dtv Verlag
Cover © dtv Verlag

Araving Adiga: Der weiße Tiger
Rezension
Auch ein Lesekreisbuch, das mich sehr beeindruckt hat, weil es sehr authentisch über Indien erzählt.

Balram – der »weiße Tiger« – kommt aus einem Dorf mitten in Indien. Seine düsteren Zukunftsaussichten hellen sich auf, als er, der klügste Junge im Dorf, als Fahrer für den reichsten Mann am Ort engagiert wird und mit ihm nach Delhi kommt. Vom Steuer eines Honda City aus entdeckt Balram eine neue Welt. Alkohol, Geld, Mädchen und Macht – das Indien der Kakerlaken und Callcenter, der Prostituierten und Gläubigen, der alten Traditionen und der Internetcafés, der Wasserbüffel und des mysteriösen »weißen Tigers«, der vom Diener zum Philosophen, Unternehmer und schließlich zum Mörder wird. (Klappentext)

Syrien

Cover © Hanser Verlag

Rafik Schami: Sophia
Rezension
Wer meinen Blog kennt, weiß um meine Liebe zu den Geschichten des syrischen Erzählers Rafik Schami. An dieser Stelle empfehle ich seinen zuletzt erschienen Roman für Erwachsene.

Als Mädchen war Sophia heftig in Karim verliebt, dennoch heiratete sie einen reichen Goldschmied. Als Karim jedoch unschuldig unter Mordverdacht geriet, rettete sie ihm das Leben. Wann immer sie ihn brauche, verspricht er, wird er ihr helfen, auch unter Lebensgefahr. Viele Jahre später kehrt Sophias einziger Sohn Salman aus dem Exil in Italien nach Damaskus zurück. Plötzlich entdeckt er sein Fahndungsfoto in der Zeitung und muss untertauchen. Jetzt erinnert sich Sophia an das Versprechen Karims, der im Alter eine neue Liebe gefunden hat. In seinem neuen Roman erzählt Rafik Schami von der Macht der Liebe, die Mut und Tapferkeit gibt, die verjüngt und die Leben retten kann.

Ägypten

Cover © Unionsverlag

Nagib Machfus: Die Midaq-Gasse
Rezension
Machfus, der als der bedeutendste ägyptische Schriftsteller gilt (Literaturnobelpreis 1988), schreibt über die Menschen in seiner Heimat, liebevoll, pointiert und kritisch. Ein orientalisches Leseerlebnis.

Einst glänzte die Midaq-Gasse wie ein Stern in der Geschichte des mächtigen Kairo. Inzwischen sind die Arabesken am berühmten Kirscha-Kaffeehaus bröcklig und morsch geworden, aber immer noch ist die Gasse erfüllt vom Lärm ihres eigenen Lebens. Hier laufen die Fäden zusammen, hier strömen die Menschen ein und aus.Onkel Kamil, der Bonbonverkäufer, al-Hilu mit seinem Friseursalon, der alte Dichter, den keiner mehr hören will, seit es das Radio gibt, der stolze Chef der Handelsfirma, ja sogar der düstere Zita, der aus Menschen Krüppel macht, damit sie besser betteln können – sie alle spüren die neue Zeit, deren Rhythmus die Stadt erobert. Jeder sucht seinen eigenen Weg in die Zukunft. Umm Hamida, Chronistin aller Nachrichten und wandelndes Lexikon aller Missetaten, hat täglich mehr zu erzählen über die Geheimnisse dieser Gasse, denn eine Welt ist in Unordnung geraten.In diesem Roman wird eine Altstadtgasse von Kairo zum Mikrokosmos einer Welt im Umbruch. (Klappentext)

Swasiland

Cover (c) Oetinger
Cover © Oetinger

Kirsten Boie: Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen
Rezension
Ein wirklich wichtiges und vor allem beeindruckendes Buch, in dem Kirsten Boie in vier kleinen Geschichten von den Kindern Swasilands erzählt.

Swasiland, der zweitkleinste Staat Afrikas und das Land mit der höchsten Aidsrate der Welt. Kaum ein Haushalt, in dem die Eltern noch leben. Wie bei Thulani. Er spricht
manchmal nachts mit seiner Mutter, die neben der Hütte begraben ist. Eigentlich könnte er zur Schule gehen, da Waisen kein Schulgeld bezahlen müssen. Aber niemand hilft ihm, den Totenschein zu besorgen. Kirsten Boie erzählt vier Geschichten von Kindern, die viel zu schnell erwachsen werden müssen. (Klappentext)

Der Top-Ten-Thursday wird von Weltenwanderer organisiert. In den Kommentaren findet Ihr auch die Tipps der anderen Blogger.

6 Kommentare

  1. Hallo Mona!

    Wie schön dass du es doch noch geschafft hast 🙂
    Ich find das Thema auch toll, denn oft achtet man gar nicht so sehr auf die Stadt oder das Land, wo man lesend unterwegs ist und so sieht man mal, wie weit in der Welt man eigentlich so herumkommt!

    Gelesen hab ich von deinen Büchern nur „Geisterfjord“, auf die Autorin hast du mich sogar gebracht, wenn ich das richtig in Erinnerung hab! Bisher hab bloß zwei gelesen, glaub ich, da muss unbedingt wieder was neues her 🙂
    „Die Schatten des Windes“ war nicht so meins, da hab ich mal reingelesen, aber vielleicht lags auch einfach am Zeitpunkt. Ich seh es ja immer wieder irgendwo auftauchen und eigentlich würde es mich schon interessieren.

    Russland, ich glaube, das seh ich heute bei dir zum ersten Mal! Ich glaube, das einzige in dem Land ist das dicke Marco Polo Buch das ich habe – ist mir aber auch jetzt erst eingefallen 😀
    Griechenland ist auch eher selten, da hab ich noch bei keinem anderen ein Buch gesehen – außer es hat sich nicht eingeprägt … jedenfalls klingen die alle sehr interessant!

    Liebste Grüße, Aleshanee

  2. Hallo Mona!
    Du hast wirklich eine sehr schöne Liste zusammengestellt. Vor allem die Vegetarierin und das Buch aus Ägypten haben mich sofort bekommen und ich werde auf jeden Fall ein wenig mehr recherchieren.
    Hier kommst du zu meinem Beitrag
    LG Svenja von Bücherfieber

  3. Hallo Mona,

    ich habe es heute nicht geschafft, aber „Geisterfjord“ mit Island wäre auch bei mir dabei gewesen. Eine gute Wahl!

    Liebe Grüße,
    Nicole

  4. Hallo Mona 🙂

    Da hast du bisher aber schon einige interessante Länder bereist 🙂 Von den Büchern kenne ich bisher noch keins, sie sind aber auch alle nicht so mein Genre.

    Meine kleine Weltreise

    Liebe Grüße und einen schönen Abend 😀
    Andrea

  5. Hallo Mona,

    oh, du hast tolle Bücher gefunden und ich glaube, ein paar davon werde ich mir direkt besorgen. Vor allem Swasiland klingt sehr interessant, Südkorea habe ich neulich erst in der Buchhandlung gesehenund gedacht, das ich es gerne lesen würde. „Der Meister und Margarita“ habe ich vor ein paar Jahren gelesen und fand es wirklich gut, dafürfinde ich Yrsa Sigudsdottir nicht so richtig überzeugend bisher.

    Einen schönen Abend,
    Ponine

    Mein Beitrag

  6. Hey,

    wir haben heute eine indirekte Gemeinsamkeit, da ich auch ein Buch von Yrsa Sigurðardóttir ausgewählt habe 🙂 „Geisterfjord“ habe ich noch nicht gelesen, aber ich bin schon gespannt darauf. „Der Schatten des Windes“ hatte mir auch gut gefallen.
    Von Rafik Schami habe ich ein anderes Buch gelesen und ein weiteres noch ungelesen im Regal stehen, aber ich war auf seiner Lesung zu „Sophia“ und das war ein ganz besonderes Erlebnis – dieser Mann kann wirklich toll erzählen und sein Publikum fesseln.
    „Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen“ kannte ich bisher nicht, aber ich mag die Bücher von Boie recht gerne, also schaue ich es mir mal genauer an.
    Unser Beitrag

    Hab noch eine schöne Woche!
    Liebe Grüße,
    Kerstin

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