Wir lesen und besprechen… #15 [Lesekreislektüre] – Kazuo Ishiguro: Was vom Tage übrig blieb

Unser letztes Lesekreisbuch sollte mal wieder ein Werk eines Preisträgers sein und wer bot sich da besser an als Kazuo Ishiguro, der zuletzt den Literaturnobelpreis gewonnen hat. Beim Bücherstammtisch hatte Imke vor einiger Zeit „Alles, was wir geben mussten“ vorgestellt und ich fand, dass das Buch sehr interessant klang. Allerdings entschieden wir uns dann für das wohl bekannteste Werk des in Großbritannien lebenden Autors „Was vom Tage übrig blieb“.

Das Buch war schnell gekauft und schon im Bus begann ich zu lesen. Zu Hause nahm ich das Buch immer wieder in die Hand, las ein wenig und legte es beiseite. Die wunderschöne Sprache konnte einfach nicht darüber hinwegtäuschen, dass ich das Buch unsäglich langweilig fand. Im Alltagsstress gefangen, war es dann auch kaum möglich, mal mehr als eine halbe Stunde zu lesen und ich denke, genau das braucht dieses Buch. Zeit.

So kam es, dass ich das Buch als einzige nicht vollständig gelesen hatte. Beim Buchclub herrschte Begeisterung, die ich nicht nachvollziehen konnte – das Nobelpreiskomitee musste wohl etwas richtig gemacht haben. Nur eine Leserin fand „Was vom Tage übrig blieb“ ebenfalls langweilig, trotz aller tiefsinnigen Aussagen.

Kazuo Ishiguro: Was vom Tage übrig blieb

Cover (c) Heyne Random HouseKlappentext:
Stevens dient als Butler in Darlington Hall. Er sorgt für einen tadellosen Haushalt und ist die Verschwiegenheit in Person: Niemals würde er auch nur ein Wort über die merkwürdigen Vorgänge im Herrenhaus verlieren. Er stellt sein Leben voll und ganz in den Dienst seines Herrn. Auch die vorsichtigen Annäherungsversuche von Miss Kenton, der Haushälterin, weist er brüsk zurück. Viele Jahre lang lebt ergeben in seiner Welt, bis ihn eines Tages die Vergangenheit einholt. Das kritische Portrait einer von Klasse und Hierarchien geprägten Gesellschaft und eine bittersüße Liebesgeschichte, erzählt von einem, der seinen Stand nie hinterfragt und der nie auch nur geahnt hat, dass er liebte.  (© Heyne Verlag)

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Kazuo Ishiguro: Was vom Tage übrig blieb

Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (14. November 2016)
Originaltitel: The Remains of the Day
ISBN-10: 3453421604
ISBN-13: 978-3453421608
Preis: € 9,90 [D]
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7 Kommentare

  1. Hey Mona,
    Dieses Buch habe ich noch nicht gelesen. Abervich kenne zwei andere Bücher von ihm. Leider sind mir die Titel entfallen. Ist schon sehr lange her, mich bevor ich den Blog hatte. Ich erinnere mich aber, dass ich die Bücher toll fand, aber auch, dass der Schreibstil Zeit in Anspruch nimmt. Kazuhiro Ishiguro ist nichts für zwischendurch. Er braucht halt Zeit. Mal sehen, wenn ich Zeit finde, möchte ich das Buch auch noch lesen.
    Lg Mel

  2. Ich hatte genau dieses Buch gestern in der Hand und habe noch überlegt, ob es wohl Platz in meiner Tasche finden würde.
    Am Montag werde ich noch einmal zu meinem Buchdealer gehen und es mir holen. Vielleicht wird es auch ein anderes von diesem Schriftsteller.
    Lieben Gruß
    Andrea

  3. Hi. Bei manchen Büchern muss man sich einfühlen um sie zu verstehen. Manchmal schafft man das aus dem unterschiedlichsten Gründen einfach nicht und dann wird das Lesen zur Qual. Ich hatte mal ein Buch das ich vier mal zu lesen angefangen habe und immer unbequem fand (die Sätze weckten in meinem Kopf an. Anders kann ich es nicht ausdrücken) la ich es Jahre später noch mal in die Hände bekam hatte ich plötzlich Zugang und las es in einem Zug durch.
    Für mich ist „was vom Tage übrig blieb“ ein Lieblingsbuch, weil es so atmosphärisch einfühlsam die Aufopferung des Butlers für den Dienst, und nicht zwangsläufig für den Dienstherrn darstellt,ohne selbst in den Vordergrund zu treten. Speziell in der Szene mit dem Tod seines Vaters. Aber eben auch, dass er sich keine Liebe zulässt.
    Bescheiden leben,
    Immer zurück treten,
    nie im Vordergrund stehen.
    Vielleicht gibst du diese tollen Buch später noch einmal eine Chance.

  4. Hallo,

    ich habe das Buch noch nicht gelesen, aber fand immer, dass es sich sehr interessant anhört…schade, dass es dir nicht so gefallen hat. Hast du schon andere Bücher von dem Autor gelesen? Ich überlege nämlich die ganze Zeit, mit welchem ich anfangen soll 😀

    Liebe Grüße
    Ricy

    1. Hallo Rici,

      das war mein erstes Buch von ihm und im Moment bin ich auch nicht sicher, ob ich noch mehr lesen will. Eigentlich hatte mich ja „Alles, was wir geben mussten“ sehr angesprochen, aber das fiel bei der Buchwahl durch, weil es dystopische Züge trägt und das jemand nicht mochte. Wirklich empfehlen kann ich dann wohl eher nichts. Ich würde mich aber sehr für dich freuen, wenn du ein für dich passendes Buch findest.

      Liebe Grüße,
      Mona

      1. Hey,
        „Alles, was wir geben mussten“ las ich vor Jahren von ihm. Ich fand das Buch toll. Dieses jetzt kenn ich noch nicht.
        Lg

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