Tintenhain – Der Buchblog

Akram El-Bahay: Anouks Spiel [Rezension]

Cover Akram El-Bahay Anouks Spiel Ein magisches Spiel
Cover © Ueberreuter Verlag

Was hat Anouk nur getan? Ein unbedachter Wunsch an ihrem 13. Geburtstag – und ihre kleine Schwester ist wie vom Erdboden verschluckt. Es gibt nur einen Weg, den Wunsch rückgängig zu machen: das magische Spiel. Schafft sie es, den dunklen Prinzen in vier Runden zu schlagen, erhält Anouk ihre Schwester zurück. Gewinnt der dunkle Prinz, verliert Anouk sie für immer. Mit jedem Zug muss sie Mitgefühl, Mut und Weisheit beweisen. Doch der dunkle Prinz ist ihr stets einen Schritt voraus – und stellt Anouk schließlich vor eine unmögliche Wahl… (Inhaltsangabe © Ueberreuter Verlag)

Geschwister können echt nervig sein. Vor allem, wenn man Mama und Papa zwölf ganze lange Jahre für sich ganz allein hat. Nun muss Anouk die Eltern mit ihrer kleinen Schwester Maya teilen, die irgendwie sämtliche Aufmerksamkeit für sich beansprucht. Selbst an Anouks Geburtstag. Da kann man sich durchaus vorstellen, dass Anouk den kleinen Plagegeist am liebsten auf den Mond wünschen würde oder ganz weit weg wenigstens. Dabei sollte es die frisch gebackene Dreizehnjährige eigentlich besser wissen: immerhin haben sich ihre Geburtstagsherzenswünsche schon öfter mal erfüllt.

Als die kleine Maya tatsächlich spurlos verschwindet, bereut Anouk ihren Wunsch zutiefst und würde ihn am liebsten gegen einen neuen Herzenswunsch austauschen, einen, bei dem die kleine Maya wieder Teil ihrer Familie ist. Doch mit Herzenswünschen ist nicht zu spaßen und so muss Anouk sich durch ein magisches Spiel kämpfen, an dessen Ende der Dunkle Prinz auf sie wartet. Doch dieses Spiel ist anders, wie alle Figuren im Spiel immer wieder betonen. Noch war es so schwer, den Dunklen Prinzen zu besiegen.

„Anouks Spiel“ ist ein richtiger Abenteuerroman, der junge Leser:innen in die vielseitige Welt der Fantasy einführt. In diesem Spiel, das ein bisschen an Jumanji  und Alice im Wunderland erinnert, gibt es so ziemlich alles, denn Anouk muss verschiedene Spielwelten durchqueren. So geht es durch den Wald, durch und über die Wüste, übers Meer und in die Berge. Hier trifft das Mädchen auf Feinde, aber auch auf Freunde, auf die sie sich verlassen kann. Aber Anouk begegnet auch sich selbst und am Ende kommt es immer darauf an, wie sich ihr Herz entscheidet.

Akram El-Bahay verbindet in „Anouks Spiel“ Elemente aus Märchen und Fantasy, mal abenteuerlich, mal poetisch wie die Märchen aus Tausend und einer Nacht. Anouk ist nämlich eine begabte Erzählerin und das hilft ihr so manches Mal aus der Patsche. Es gibt viele verschiedene Wesen, denen das Mädchen begegnet, angefangen bei Pan, dem oft übellaunigen, etwas eingebildeten Schimpansen, der ihr Spielführer ist und dem vor allem wichtig ist, dass sie gewinnt, weil er sich sonst gegenüber seiner Widersacherin, der arroganten Schildkröte Testudina, blamiert. Da gibt es einen Dschinn, der an einen Brunnen gefesselt ist, kleine Wurzelmenschen und Wipflinge, die in wahnwitziger Geschwindigkeit durch die Bäume rasen, Piraten und trottelige, streitsüchtige Könige. Meine Lieblingsfigur aber ist die dusselige Distel. Ich muss jedes Mal lachen, wenn ich an sie denke.

Überhaupt ist das Buch sehr humorvoll geschrieben und es gibt so manchen Running Gag, der meist von Pan „Es heißt Schimpanse!“ verursacht wird. Mir hat der Roman jedenfalls sehr viel Spaß gemacht und natürlich enthält dieses Fantasymärchen auch eine wichtige Botschaft.

© Tintenhain



weitere Rezensionen von Bloggern

Lesekommode (Jugendbuch-Blog)

Mehr vom Autor im Tintenhain
Bücherstadt – Die Bibliothek der flüsternden Schatten


Werbung
Einzelband
Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: Ueberreuter Verlag (17. Februar 2020)
ISBN-10: 3764151684
ISBN-13: 978-3764151683
Altersempfehlung: ab 11 Jahren
Preis: € 14,95 [D]
Geschenk

 

Cover Akram El-Bahay Anouks Spiel Ein magisches Spiel
Cover © Ueberreuter Verlag

5 Kommentare

  1. Liebe Mona,

    hach, der Autor schreibt aber auch schöne Settings und Figuren zusammen. Ich kann dem gut nachempfinden, dass du das so mochtest.
    Ich habe das ein oder andere Buch von Akram El-Bahay noch auf der Wunschliste.
    Der Mix aus Jumanji und Alice im Wunderland, dann noch 1001 Nacht… So toll, will ich auch. *lach

    Liebe Grüße
    Tina

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

%d Bloggern gefällt das: