Greer Hendricks, Sarah Pekkanen: Die Frau ohne Namen [Rezension]

Cover Sarah Pekkanen, Greer Hendricks Die Frau ohne Namen
Cover © Rowohlt Verlag

Frauen zwischen 18 und 32 für Ethik- und Moralstudie gesucht. Großzügige Vergütung. Anonymität garantiert.
Als Jess sich für die Studie anmeldet, glaubt sie, nur ein paar Fragen beantworten zu müssen, um das Geld einstecken und wieder verschwinden zu können. Doch „Testperson 52“, wie Jess nun genannt wird, erweist sich als verheißungsvolles Forschungsprojekt, die Fragen werden immer persönlicher. Jess kann kaum noch unterscheiden, was in ihrem Leben real ist oder nur eines der manipulativen Experimente von Dr. Shields. Gefangen in einem Netz aus Täuschung und Eifersucht muss Jess erkennen, dass manche Obsessionen tödlich sein können. (Klappentext © Rowohlt Verlag)

Geld kann die Visagistin Jess immer gebrauchen und schnell verdientes sowieso. Also nutzt sie die Gelegenheit, sich in eine psychologische Studie zum Thema Moral und Ethik zu schmuggeln. Die Fragen sind sehr persönlich, aber Jess beantwortet sie so ehrlich sie kann. Sie ahnt nicht, dass sie damit das Interesse von Dr. Shields weckt, die die Studie durchführt. Als Testperson 52 wird Jess zum Lieblingsobjekt und die junge Frau genießt die Aufmerksamkeiten und besonderen Aufgaben, die ihr gestellt werden. Vor allem auch, weil sie unglaublich gut bezahlt werden. Doch bald schon merkt Jess, dass sie scheinbar für ganz andere Zwecke benutzt wird, denn die Studie wird immer merkwürdiger und Jess beginnt zu zweifeln. Recht schnell entwickelt sich ein Katz-und-Maus-Spiel, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint.

Nach „The Wife Between Us„, dem Aufsehen erregenden Debüt von Greer Hendricks und Sarah Pekkanen, gelingt den beiden Autorinnen erneut ein spannender, raffiniert gestrickter, psychologischer Roman. Bereits auf den ersten Seiten wird Spannung erzeugt und man ist schnell von der Geschichte gefesselt. Später jedoch verliert die Spannung zugunsten der tiefgründigen und ausführlichen Schilderungen, was auf eine andere Weise faszinierend ist. Hendricks und Pekkanen sparen dabei nicht mit realen Beispielen aus der psychologischen Forschung, die die manipulativen Experimente von Dr. Shields wissenschaftlich untermauern. Das eine oder andere hat man sicherlich auch schon mal gehört.

Die Stärke des vergleichsweise eher ruhigen Thrillers liegt vor allem in der gekonnten Figurenzeichnung und dem Spiel aus Misstrauen, geschickter Manipulation und der Verzweiflung der Protagonisten. Auch „Die Frau ohne Namen“ weist wieder eine Anzahl von Twists und Turns auf, jedoch bleibt der große Überraschungseffekt dieses Mal aus. Doch auch die kleineren Wendungen lassen vor allem im letzten Drittel des Romans die Seiten nur so dahin fliegen. Wer gern einen tiefgründigen, psychologischen Spannungsroman mit hervorragend gezeichneten Figuren mag, macht mit diesem Buch sicher alles richtig.

© Tintenhain


Leseprobe

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Einzelband
Broschiert: 464 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch (24. März 2020)
Originaltitel: An Anonymous Girl
Übersetzung aus dem Englischen: Alice Jakubeit
ISBN-10: 3499001446
ISBN-13: 978-3499001444
Preis: € 16,00 [D]
Rezensionsexemplar
Cover Sarah Pekkanen, Greer Hendricks Die Frau ohne Namen
Cover © Rowohlt Verlag

3 Kommentare

  1. Hallo liebe Mona,

    O.K. Danke für den Hinweis zu anderen Bloggern und ihrer Meinung zu dem Roman.
    Da schaue ich gerne mal hin.

    Bleib gesund..LG..Karin..

  2. Hallo Mona,
    ich habe das Buch auch erst vor Kurzem gelesen und sehr genossen. Kann deine Meinung da nur unterschreiben, dass das Buch zwar sehr ruhig ist, jedoch dadurch nicht an Spannung verliert.

    Liebe Grüße!
    Anna

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