Tintenhain – Der Buchblog

Kelly Moran: Redwood Dreams – Es beginnt mit einem Knistern (5) [Rezension]

Cover Kelly Moran Redwood Dreams – Es beginnt mit einem Knistern Redwood-Reihe
Cover © Rowohlt Kyss

Parker Maloney ist der Sheriff der kleinen Stadt Redwood. Und er gehört zu den wenigen Singles des Ortes, die nicht Reißaus nehmen, wenn das sogenannte Drachentrio im Anmarsch ist – drei ältere Damen, die schamlos kuppeln. Er hätte nämlich gar nichts dagegen, verkuppelt zu werden – zumindest bis Maddie Freemont wieder in Redwood auftaucht, seine Erzfeindin aus Highschool-Zeiten. Sie ist die einzige, die ihn mit nur ein paar Worten aus der Fassung bringen kann. Er würde sie am liebsten erwürgen. Oder küssen. Egal, solange sie nur die Klappe hält… (Inhaltsangabe © Rowohlt Kyss)

Da ist er also der abschließende Band der Redwood-Reihe! Natürlich musste ich ihn sofort lesen. Ich glaube, ich würde auch noch Band 9 und 10 lesen, wenn es sie denn gäbe, obwohl ich beim Lesen ständig die Augen verdrehe. Da bildet auch „Redwood Dreams – Es beginnt mit einem Knistern“ keine Ausnahme, wie ich gleich gestehen muss.

Dieses Mal geht es also um den Sheriff Parker Maloney, den besten Freund von Feuerwehrmann Jason aus dem letzten Teil. Eigentlich muss ich an dieser Stelle schon lachen. Sheriff und Feuerwehrmann – Uniform, ja ja. Unverhofft, aber natürlich vom Drachentrio eingefädelt, trifft Parker auf Maddie Freemont, das Mädchen, das ihm die Schulzeit zur Hölle gemacht hat. Aber Maddie ist längst nicht mehr die eingebildete Ziege aus besserem Hause, seitdem ihr Vater und ihr Verlobter des Betrugs angeklagt und überführt wurden. Stattdessen lebt Maddie geradezu im Verborgenen, versteckt sich im Wald und lebt von Putzjobs. So tut sie Buße für eine Ungerechtigkeit, die zwar von ihrer Familie, aber nicht ihr selbst verursacht wurde. Parker stellt schnell fest, dass er sich von Maddie und ihrem schlagfertigen Mundwerk angezogen fühlt und das sich hinter ihrer Widerborstigkeit eine verletzte Seele verbirgt.

Parker hat mir ganz gut gefallen. Er ist der nette Junge von Nebenan, kümmert sich als Polizist liebevoll um Ordnung und Recht, wenn sich die Nachbarn um Hundekacke streiten oder nachts die Mülltonne umfällt. Viel mehr passiert halt nicht in dem beschaulichen Städtchen Redwood. Maddie hingegen ist schon ein bisschen seltsam. Sie lebt im Wald im Zelt, um sich jeden Cent, den sie heimlich mit lauter schlecht bezahlten Jobs verdient vom Munde abzusparen. Natürlich war sie nie die böse Mobberin, die mit ihrer Clique anderen das Leben zur Hölle machte, sondern ein armes, ungeliebtes Mädchen, das ganz viel Mitleid verdient. Und warum bleibt sie in der Stadt, in der sie niemanden hat, wo jeder sie hasst und sie nur im Verborgenen agieren kann? (Also abgesehen, davon, dass sie ja nur so auf Parker treffen konnte und es sonst diesen Roman nicht gäbe.) Allerdings mochte ich ihr loses Mundwerk, mit dem sie Parker immer wieder Paroli bietet und na ja, sie hat schon auch Charakter.

Kelly Moran hat ein gutes Händchen für witzige Dialoge und romantische Szenen. Auch die Dosis an erotischen Szenen hat mir dieses Mal sehr gut gefallen. Nur das Kopfkino zu „Er war so hart, dass er Nägel einschlagen könnte.“ (S. 235) werde ich wohl so schnell nicht wieder los.
Ich mag Morans gefühlvollen und humorvollen Schreibstil, weil es ihr gelingt, eine richtiggehende Sogwirkung zu erzeugen, obwohl man ja schon weiß, wie es ausgehen wird. Nach wie vor war ich allerdings von den ständigen Wiederholungen genervt, und dabei ist das Buch nicht einmal dick. Es wird immer wieder erklärt, das Maddie eigentlich total nett ist und auch schon immer war, es aber nur irgendwie nicht zeigen konnte. Es war halt ein Hilfeschrei, der ungehört verhallt ist. Also bitte bietet ihr alle Eure Freundschaft an!

Allem Gemecker meinerseits zum Trotz habe ich auch diesen Band wieder in einem Rutsch gelesen. So genau kann ich gar nicht fassen, was mich eigentlich daran fasziniert. Rückblickend betrachtet, muss ich sagen, dass mir die ersten drei Bände mit den Tierarztbrüdern am besten gefallen haben. Mein liebster Teil wird damit also «Redwood Love – Es beginnt mit einer Nacht» (Teil 3) bleiben. Der war wirklich so richtig toll. Die drei Grady-Brüder und ihre inzwischen Ehefrauen tauchen auch in diesem letzten Teil der Reihe am Ende auf, wobei ihr Auftritt sowas von überzogen ist, das mir die Augen noch jetzt vom Verdrehen schmerzen. Das Ende ist sowas von märchenhaft, unglaubwürdig und rosarot, dass es wohl als das happiest Happy End ever in die Geschichte der Redwood-Storys eingehen wird. Na ja, wie gesagt, wenn es noch einen Band gäbe, würde ich auch den lesen. Also irgendwie hat’s was!

© Tintenhain


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Die Redwood-Reihe
1. «Redwood Love – Es beginnt mit einem Blick» – Rezension
2. «Redwood Love – Es beginnt mit einem Kuss» – Rezension
3. «Redwood Love – Es beginnt mit einer Nacht» – Rezension
4. «Redwood Dreams – Es beginnt mit einem Lächeln» – Rezension
5. «Redwood Dreams – Es beginnt mit einem Knistern»


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Leseprobe


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Reihe, Band 5
Broschiert: 320 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch (24. März 2020)
Originaltitel: Under Pressure
Übersetzung aus dem Amerikanischen: Anita Nirschl
ISBN-10: 3499001292
ISBN-13: 978-3499001291
Preis: € 12,99 [D]
Rezensionsexemplar
Cover Kelly Moran Redwood Dreams – Es beginnt mit einem Knistern Redwood-Reihe
Cover © Rowohlt Kyss

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