Megan Miranda: Little Lies – Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht [Rezension]

Cover Megan Miranda LITTLE LIES – Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht
Cover © Penguin

Die Journalistin Leah flieht vor ihrem alten Leben: Sie lässt ihre Heimat und ihren Job hinter sich und zieht mit ihrer besten Freundin Emmy in ein altes Haus auf dem Land. Das Zusammenleben klappt gut. Leah arbeitet tagsüber in der Schule, Emmy nachts an einer Rezeption. Doch dann stellt Leah eines Nachts fest, dass sie ihre Freundin seit Tagen nicht gesehen hat. Noch bevor sie Emmy als vermisst melden kann, wird in der Nähe eine brutal misshandelte junge Frau gefunden. Doch die Frau ist nicht Emmy – stattdessen sieht sie Leah zum Verwechseln ähnlich… Muss Leah nicht nur um Emmys, sondern auch ihr eigenes Leben fürchten? (Klappentext „Little Lies“ © Penguin)

Die Journalistin Leah braucht einen Neuanfang und ihre frühere Mitbewohnerin Emmy kommt da wie gerufen. Gemeinsam ziehen sie in ein altes Haus am Rande eines Waldes. Leah arbeitet in tagsüber in einer Schule als Lehrerin, Emmy hat abends ein paar Putzjobs. Die beiden sehen sich selten und deshalb bemerkt Leah erst spät, dass sie Emmy längere Zeit nicht gesehen hat. Sie macht sich große Sorgen, denn es wurde ganz in ihrer Nähe eine junge Frau niedergeschlagen und die Polizei tappt im Dunkeln. Auch an ihrer Schule überschlagen sich die Ereignisse und Leah befürchtet, dass man ihrem früheren Leben auf die Spur kommen könnte. Als ihr klar wird, dass die niedergeschlagene Frau ihr selbst ähnlich sieht, beginnt sie nachzuforschen und gerät an einen gefährlichen Abgrund.

Nachdem ich Megan Mirandas Aufsehen erregenden Thriller „Tick Tack“ und auch ihren Jugendthriller „Gefährliche Wahrheiten“ bereits sehr mochte, war ich sehr gespannt, ob sie mich ein weiteres Mal fesseln könnte. „Little Lies“ gestaltete sich zu Anfang etwas verwirrend, weil aus Leahs früherem Leben und dem, was den Anlass zu ihrem Neubeginn gab, ein vielfach angedeutetes aber nie präzisiertes Geheimnis gemacht wird. Bei mir hebt das leider nicht die Spannung, sondern mündet darin, dass ich schlicht und ergreifend genervt bin, weil es einfach nur erzählt werden muss und man weiß, dass das ohnehin noch passieren wird.

Megan Miranda webt eine sehr komplexe Geschichte mit immer neuen Wendungen, die allerdings meist nicht komplett überraschend waren. Vielmehr gelingt es der Autorin, dass die Geschichte zunehmend weitere Kreise zieht und sich neue Zusammenhänge erschließen. Das Buch ist spannend geschrieben und konnte mich auf längere Zeit fesseln. Ich mochte auch sehr, wie Megan Miranda mit der Wahrnehmung der Protagonistin spielt, so dass auch dem Leser bald nicht mehr klar ist, ob Leah sich hier etwas einbildet, das nicht existiert.

Alles in allem ist „Little Lies“ ein komplexer, psychologischer Thriller, der gut unterhält, aber hinter den meinen Erwartungen leicht zurückgeblieben ist. Warum der englische Originaltitel „All the Missing Girls“ durch einen anderen, ebenfalls englischen Titel ersetzt wurde, erschließt sich mir nicht wirklich.

©  Tintenhain


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Einzelband
Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Penguin Verlag (20. Januar 2020)
Originaltitel: All the Missing Girls
Übersetzung aus dem Amerikanischen:
Elvira Willems, Cathrin Claußen
ISBN-10: 3328102442
ISBN-13: 978-3328102441
Preis: 15,00 € (D)
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Cover © Penguin

3 Kommentare

  1. Hallo liebe Mona,

    hm, ich persönlich bin ohne kein Fan von diesen ganzen englischen Titel auf ins Deutsche übersetze Romane…..ist für meinen Geschmack immer etwas lieblos…

    LG..Karin..

    1. Na ja, ich finde es schon sinnvoll, fremdsprachige Titel ins Deutsche zu übertragen, da man nicht erwarten kann, dass sie sonst von allen verstanden werden. Einen englischen Titel mit einem englischen zu ersetzen, finde ich allerdings fragwürdig. 😀

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