Megan Miranda: Gefährliche Wahrheiten [Rezension]

Gefährliche Wahrheiten
Cover © Carlsen Verlag

Überall lauert Gefahr! Das weiß die 17-jährige Kelsey nur zu gut. Denn ihre Mutter hat das Haus seit Kelseys Geburt nicht verlassen – seit sie mehreren Kidnappern entkommen konnte. Zu ihrem Schutz verhält Kelsey sich möglichst unauffällig. Doch ein Autounfall, bei dem sie von einem Mitschüler gerettet wird, löst ein wahres Medienfeuer aus. Als Kelsey wenig später abends nach Hause kommt, ist ihre Mutter verschwunden. Und auf dem Gelände verstecken sich Fremde. Aber das Böse wartet nicht im Dunkeln, sondern in der Vergangenheit.(Klappentext „Gefährliche Wahrheiten“ © Carlsen Verlag)

Kelseys Tagesablauf hat feste Strukturen. Nur so weiß ihre Mutter immer, wo sich Kelsey aufhält. Am liebsten ist, es ihr, wenn ihre Tochter zu Hause ist, in einem Haus, das einer Festung gleicht. Ein hoher Zaun, eine Alarmanlage, Gitter vor den Fenstern. Nie verlässt Kelseys Mutter das Haus, zu groß ist ihre Angst, dass die Kidnapper, denen sie als junges Mädchen entfliehen konnte, sie finden könnten.
Als Kelsey einen Autounfall hat, bei dem sie von ihrem Mitschüler Ryan gerettet wird, ist das Interesse der Medien hoch und Kelsey begeht einen Fehler, der sie das Leben kosten kann.

„Gefährliche Wahrheiten“ ist ein rasanter Jugendthriller, in dem sich Angst und Bedrohung die Klinke in die Hand geben. Das Schicksal von Kelseys Mutter ist schrecklich. Als Jugendliche wurde sie entführt, doch sie konnte fliehen und ihr Baby Kelsey in Sicherheit zur Welt bringen. Doch die Narben der Vergangenheit sind bis heute sichtbar. Kelsey wurde lange Zeit zu Hause unterrichtet. Es ist noch nicht lange her, da konnte sie die Sicherheit des Hauses nie verlassen. Oft weiß sie nicht, wie sie sich anderen gegenüber verhalten soll, der Highschool-Verhaltenscode ist ihr ein Rätsel. Auch bei Ryan, neben dem sie im Mathekurs sitzt, weiß sie nie, woran sie ist.

Als nach dem Verkehrsunfall die Medien auf Kelsey und ihre Mutter aufmerksam werden, ändert sich alles. Plötzlich macht alles, was Kelsey ihr Leben lang gelernt und verinnerlicht hat, Sinn. Spannend fand ich auch die Theorie, dass Angst genetisch vererbt werden kann, eine These, die nicht ganz aus der Luft gegriffen ist, wie ich recherchieren konnte.

Megan Miranda, von der mich bereits „Tick Tack“ (Rezension) überzeugen konnte, erzählt hier eine außergewöhnliche Geschichte, wobei es fast schon wieder erstaunlich ist, wie normal Kelsey sich entsprechend der Umstände entwickelt hat. Das bedrohliche Szenario wird geschickt aufgebaut und Stück für Stück nähert sich der Leser der Vergangenheit.

„Gefährliche Wahrheiten“ konnte mich von Anfang an packen und der Erzählstil macht es leicht, in die Geschichte zu finden. Zeitweise hat sich die Angst regelrecht auf mich übertragen, so dass der Jugendthriller regelrecht zum Pageturner avancierte. Allein die in meinen Augen etwas überstürzte Liebesgeschichte mit Knutschszene in einer absoluten Gefahrensituation fand ich ziemlich unpassend.

© Tintenhain

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Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: Carlsen (21. Dezember 2017)
Originaltitel: The Safest Lies
Übersetzung aus dem Amerikanischen: Birgit Maria Pfaffinger
ISBN-10: 3551316422
ISBN-13: 978-3551316424
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Preis: € 12,99 [D]
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Cover © Carlsen Verlag

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