Dino Minardi: Ein Espresso für den Commissario (1) [Rezension]

Cover Dino Minardi Ein Espresso für den Commissario Pellegrini
Cover © Kampa Verlag

Commissario Marco Pellegrini hatte sich auf die ersten warmen Frühlingstage gefreut. Zu gern hätte er in Ruhe den einen oder anderen caffè in der Bar des Familienbetriebs genossen, ehe die Touristenmassen an den Comer See strömen. Denn dann ist es auch bei der Polizia di Stato mit der Ruhe vorbei. Doch die Realität holt ihn früher ein als erwartet: Ein Student wird in seiner völlig verwüsteten Wohnung aufgefunden – erwürgt. Schnell zeigt sich, dass der Tote über außerordentlich viel Geld verfügte, das weder von seinen halblegalen Vermietungsgeschäften noch von seinem dubiosen Nebenjob kommen konnte. Woher hatte er so viel Geld? Und wurde er deswegen ermordet? Commissario Pellegrini übernimmt den Fall, wird bei den Ermittlungen aber nicht nur mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert, sondern muss auch noch lästige Streitereien in seinem Team schlichten. (Inhaltsangabe © Kampa Verlag)

Mit Commissario Pellegrini gibt es einen neuen italienischen Ermittler in der Krimiwelt. Er ermittelt am Comer See in Oberitalien. Eigentlich wäre er gern in das Geschäft seiner Eltern, die Bar della Funicolare eingestiegen, wo man einfach wunderbaren caffé macht, aber am Ende wurde er dann doch Polizist. In „Ein Espresso für den Commissario“ geht es um einen Mordfall an einem Studenten. Dieser vermietet illegal an Touristen und verschafft sich so ein gutes Nebeneinkommen, doch so viel Geld, um sich eine Ducati davon kaufen zu können kann es eigentlich nicht sein. Woher hat Ivan Pescatori also das viele Geld? Musste er deshalb sterben?

Die Ermittlungen laufen langsam an und im Grunde ist der ganze Krimi unaufgeregt und so beschaulich, wie man sich das Leben am Comer See vielleicht so vorstellt. Das macht die Ermittlungsarbeit wiederum realistisch, denn ich kann mir vorstellen, dass es wirklich Zeit braucht, um jedem Fitzelchen an Hinweisen nachzugehen und Ermittlungen auch oft ins Leere laufen. Im Ganzen hat mich der Kriminalfall allerdings nicht besonders mitreißen können.

Die italienischen, kursiv eingestreuten Begriffe und Alltagsfloskeln waren für mich auf den ersten Seiten noch etwas gewöhnungsbedürftig, bald schon aber gehörten sie einfach dazu. Auch muss man dafür kein Italienisch können – ich kann es nämlich nicht – man versteht alles. Versprochen. Dino Minardi beschreibt auch die Gegend um den Comer See recht anschaulich, so dass man schon ein bisschen Fernweh bekommen kann. Auch mochte ich sehr, dass man einen Eindruck von Land und Leuten bekommt.

Eine Stärke des Krimis sehe ich vor allem in den gut angelegten Figuren, allen voran der brummige Marco Pellegrini, der mit der Vergangenheit hadert und sich mit seiner Familie immer wieder im Zwist befindet. Auch die Nebenfiguren versprechen zukünftig gute Unterhaltung. Wie der Titel verrät, ist „Ein Espresso für den Commissario“ der Auftakt zu einer Reihe, der noch weitere Fälle folgen werden.

Dino Minardi ist das Pseudonym eines deutschen Autors, und Silvia von Leckere Kekse hat in einem lesenswerten Interview versucht sein Geheimnis zu lüften. Ich folge ja seinem Instagram-Kanal, vielleicht finden sich ja hier auch Hinweise.

© Tintenhain


Interview mit Dino Minardi bei Leckere Kekse


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Reihe, Band 1
Taschenbuch: 240 Seiten
Verlag: Kampa Verlag (11. März 2019)
ISBN-10: 3311120051
ISBN-13: 978-3311120056
Preis: € 14,90 [D]
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Cover Dino Minardi Ein Espresso für den Commissario Pellegrini
Cover © Kampa Verlag

14 Kommentare

  1. Hey Mona,
    ich liebe ja solche Krimis, insbesondere, wenn sie den Flair der Umgebung erschaffen können. Ich kann etwas Italienisch und somit freut es mich sehr, wenn italienische Begriffe gekonnt eingeflochten wurden! Am Comer See war ich leider noch nicht!

    Danke für die tolle Buchvorstellung und die Verlosung!
    GlG, monerl

  2. Hallo Mona,
    an den Comer See habe ich es leider noch nicht geschafft. Jedoch habe ich seit einem Urlaub am Gardasee eine Schwäche für italienische Krimis.

    Liebe Grüße ,
    Lisa

  3. Hallo Mona ,

    tolle Verlosung . Vielen Dank .
    Ich war leider noch nie am Comer See würde aber gern die Umgebung anschauen.
    Ich würde mich sehr freuen.
    Ich wünsche Dir schönen Sonntag.

    Liebe Grüße Margareta

  4. Hallo Mona,
    Auch ich empfinde die Personen im Buch als sehr interessant und entwicklungsfähig.
    Vielen Dank für die Erwähnung/Verlinkungen.
    Liebe Grüße
    Silvia

  5. Hallo Mona,
    klingt nach einem Krimi, ganz nach meinem Geschmack. So werfe ich mal meinen Hut in den Ring zur Verlosung (war ein hartes Ringen, @lesewahn wollte auch so gern teilnehmen). Und nein, ich habe es immer noch nicht an den Comer See geschafft, das ist aber ein Reiseziel ganz oben auf unserer Prioritätenliste. Definitiv! Lieben Gruss und vielen Dank für den Beitrag!
    Jürgen

    1. Du kannst es ihr im Gewinnfall ja leihen und vielleicht ringe ich mich dazu durch, das andere Exemplar am Thriller-Wochenende zu Pfingsten zu verlosen. Mein Bücherregal bzw. die Stapel auf dem Boden versuchen gerade, mich zu überzeugen. 😉

  6. Hallo Mona,
    ich bin ein grosser Krimifan und mit deiner Buchvorstellung hast du mein Interesse an diesem Buch geweckt.
    Am Comer See war ich leider noch nicht.
    Wünsche dir noch einen schönen Resr-Sonntag
    LG Mel

  7. Hallo!
    Ich wollte immer den Comer See sehen. Leider habe ich es bis heute nicht geschafft. Das finde ich komisch, dass wenn man einen Urlaub plant, oft die großen Wünsche vergisst und ganz woanders landet.
    Mit diesem Buch würde ich mit dem Espresso-trinkenden Commissario den Comer See besuchen! Und ausserdem ein Abenteuer erleben!
    Das Cover übrigens ist toll! Es macht Lust aufs Lesen. Wirklich toll gemacht.
    Saluti!
    Aba

  8. Nein, ich war noch nie am Comer See, aber es ist bestimmt wunderschön dort.
    Vielen Dank für die Verlosung, vielleicht kann ich ja virtuell dorthin reisen.

  9. Auch ich habe den Comer See noch nicht besucht, dafür war ich aber schon mehrere Male am Gardasee, mein nächstes Ziel wird der Lago Maggiore sein. Oder vielleicht doch der Comer See?
    Mittlerweile habe ich alle Krimis (und auch etliches Andere an Literatur), die am Gardasee oder am Langen See spielen, um so interessanter wäre es, auch den Comer See anhand eines Krimis zu erkunden.
    Ich spring also in den Lostopf!

  10. Nicht, dass ich den Artikel nicht schon gesehen hätte, ich muss natürlich wieder bis zum letzten Tag warten, bis ich dran denke, teilzunehmen 😉

    Ich hab es noch nicht mal bis Italien an sich geschafft und am Comer See war ich auch noch nicht.

    LG
    Daggi

  11. Hallo,

    nein, ich war leider noch nicht da, ich kenne in Italien nur den Gardasee.
    Über den Krimi würde ich mich sehr freuen, für mich geht es bald nach Sardinien – wäre eine super Urlaubslektüre.

    LG und einen schönen Feiertag,

    Melanie

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