Jean Jacques Laurent: Elsässer Erbschaften (1) [Rezension]

Cover © Piper Verlag
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Kaum hat Major Jules Gabin seinen neuen Posten im Elsass angetreten, herrscht Unruhe in den verschlafenen Fachwerkgassen von Rebenheim. Vor der mittelalterlichen Stadtmauer wurde eine junge Frau erschlagen. Was wollte die Lokalreporterin auf dem brachliegenden Weinberg? Wurde sie zufällig zum Opfer, oder war sie einer brisanten Story auf der Spur? Während seine alteingesessene Herbergsmutter noch versucht, ihn an Flammkuchen und Silvaner zu gewöhnen, hat Gabin bereits einen ersten Verdächtigen ausgemacht. Doch die Wurzeln des Verbrechens liegen tief in der Geschichte der Region verborgen … (Klappentext © Piper Verlag)

In „Elsässer Erbschaften“ tritt Major Jules Gabin seinen Dienst als Leiter der Gendarmerie in Rebenheim, einem kleinen Elsässischen Dorf am Rande der Vogesen, an. Er ist noch nicht mal richtig in der Dienststelle angekommen, als er bereits zu einer Leiche auf einem alten, verlassenen Hof gerufen wird. Es handelt sich dabei um eine junge Lokalreporterin, die im Dorf bereits für Klatsch und Tratsch gesorgt hat, so dass auch ein Verdächtiger schnell zur Hand ist. Doch befindet sich die Polizei hier auf der richtigen Spur? Jules Gabin muss sich erst mit den Eigenheiten der Elsässer und der historischen Vergangenheit vertraut machen, bevor er dem Mörder auf die Schliche kommen kann.

„Elsässer Erbschaften“ ist der erste Teil einer Krimireihe, in der bereits vier Teile erschienen sind. Jules Gabin wird aus Royan (Südwestfrankreich) nach Rebenheim versetzt und findet, dass nichts über einen kräftigen Rotwein und das Boulespiel geht. Seine Freundin hofft sehnlichst, dass Gabin es sich im Elsass nicht allzu gemütlich macht und bald zurück kommt, da sie seine Qualitäten eher im Bootsgeschäft ihrer Eltern sieht. Aber es kommt, wie es kommen muss: Jules Gabin fühlt sich im Elsass sauwohl.

Als erstes bringt er den Bewohnern Rebenheims das Boulespiel bei, die ihn im Gegenzug mit ihrer Leidenschaft fürs Radfahren anstecken. Nach einigem Zögern gibt er dem Drängen seiner Wirtin Clotilde nach und probiert den ausgezeichneten Weißwein der Region. Auch die anderen kulinarischen Genüsse des Elsass‘, die vor allem aus deftiger Hausmannskost bestehen, können den Major schnell davon überzeugen, dass er auf diesem Fleckchen Erde genau richtig ist. Wenn nur diese merkwürdige Sprache nicht wäre, die man hier spricht.

Es ist vor allem die Liebe zum Elsass, die dieses Buch auszeichnet. Die Kriminalhandlung gerät zeitweise bei den sehr gelungenen Beschreibungen von Land und Leuten ins Hintertreffen. Allzu verzwickt ist der Fall auch nicht, man ahnt recht bald, was hinter dem Mord an der jungen Frau steckt. Die Polizeiarbeit erscheint sehr gemütlich. Gabins Kollege Laurent schielt eher nach dem Feierabend als nach dem Mörder Ausschau zu halten und lässt sich von seiner Mutter das Essen an die Arbeit bringen.

Dennoch macht es Spaß, die Bewohner Rebenheims ein bisschen näher kennenzulernen. Da ich das Elsass sehr liebe, fühlte ich mich in diesem Krimi richtig wohl und es stellte sich schnell Urlaubsfeeling ein. Der Autor zeichnet ein sehr genaues Bild der Gegend und wenn man sich ein bisschen auskennt, erkennt man die Gegend wieder, auch wenn das Städtchen Rebenheim fiktiv ist.

„Elsässer Erbschaften“ ist ein sommerlich-leichter Krimi mit viel Lokalkolorit und ideal als Lektüre für den Urlaub oder um sich in Urlaubsstimmung zu bringen. Jean Jaques Laurent ist das Pseudonym von Krimi-Autor Jan Beinßen.

© Tintenhain


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Major Jules Gabin – Die Reihe
Band 1: Elsässer Erbschaften (2016)
Band 2: Elsässer Sünden (2016)
Band 3: Elsässer Versuchungen (2017)
Band 4: Elsässer Verfehlungen (2018)


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Band 1
Taschenbuch: 288 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch (1. August 2016)
ISBN-10: 3492310168
ISBN-13: 978-3492310161
Preis: € 9,99 [D]
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