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Souvankham Thammavongsa: Frag nach Susan [Rezension]

Cover Souvankham Thammavongsa: Frag nach Susan
Cover © Aufbau Verlag

Die pensionierte Boxerin Ning arbeitet im Nagelstudio. Bei ‘Susan’s’ tragen alle Angestellten schwarze, mittellange Haare, schwarze Jeans, schwarze T-Shirts, schwarze Schuhe – und den Namen Susan. Die Kundschaft kann ihre echten Namen ohnehin nicht aussprechen, geschweige denn auseinanderhalten. An einem scheinbar gewöhnlichen Sommertag feilen, schneiden, lackieren, lachen, nicken und plaudern die Susans, doch hinter ihrem Lächeln verbergen sich Spannungen, Ängste und unerfüllte Wünsche. Ning führt mit unbestechlicher Klarheit durch ihren Arbeitsalltag, die Herabwürdigungen durch Kundinnen und die Machtspiele, die sie bei Laune und am Leben halten. (Inhaltsangabe © Aufbau Verlag)

“Frag nach Susan” von Souvankham Thammavongsa beleuchtet in einem nüchternen, prägnanten Erzählstil den Mikrokosmos eines nordamerikanischen Nagelstudios. Hier müssen alle Angestellten für die weiße Kundschaft den Einheitsnamen “Susan” tragen. Sie tragen identische schwarze Kleidung, haben den gleichen Haarschnitt, was neben dem gleichen Namensschild die Auswechselbarkeit im Dienstleistungssektor unterstreicht.

Mich haben an “Frag nach Susan” vor allem das Setting und der damit verbundene provokante Titel gereizt. Leider hat mich das Buch dann aber nicht ganz so fesseln können. Die Handlung erstreckt sich über einen einzigen heißen Sommertag, an dem die frühere Profi-Boxerin Ning als Inhaberin durch den von rassistischen Nuancen und sozialen Hierarchien geprägten Arbeitsalltag führt. Im Grunde lästern die Mitarbeiterinnen, unter denen es eine klare Hierarchie gibt, ausdauernd in ihrer Muttersprache über die Kund:innen. Ich fand das wenig erhellend und eher ermüdend. Für Ning steht der Laden und dessen Erfolg an erster Stelle, gleichzeitig immer in Konkurrenz zu ihrer früheren Chefin, deren Laden in der Nachbarschaft ebenfalls erfolgreich läuft. Ihre Erfahrungen als Boxerin nimmt sie dafür als Grundlage und taktiert mit Angriff und Verteidigung, analysiert Schwachstellen und wartet den richtigen Moment ab.

Eigentlich eine schöne Metapher, jedoch bleibt Ning dadurch unnahbar und die Lästereien dienen zwar der Erkundung von Themen wie Klassenkämpfen, Herabwürdigungen und rassistischen Erfahrungen, machen die Frauen in dem Laden jedoch eher unsympathisch. Das Buch lässt sich andererseits schnell lesen, sodass ich trotz allem doch froh bin, es gelesen zu haben.

© Tintenhain


Leseprobe

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Einzelband
Hardcover: 209 Seiten
Verlag: Aufbau Verlag (12. August 2026)
Originaltitel: Pick a Colour
Übersetzung aus dem Englischen: Sophie Zeitz
ISBN-13: 9783841241559
Preis: € 24,00 [D]
auch als E-Book
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Cover © Aufbau Verlag

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