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Rena Fischer: Das Lied der Wölfe [Rezension]

Cover Rena Fischer Das Lied der Wölfe
Cover © dtv

Die junge deutsche Wolfsforscherin Kaya wird von dem schottischen Milliardär Alistair MacKinley angestellt, um auf seinen Ländereien wilde Wölfe anzusiedeln. In dem einsamen Herrenhaus in den Highlands trifft sie auch auf den verschlossenen Nevis, Alistairs attraktiven Sohn, mit Augen wie das Sturmgraublau des schottischen Himmels. Der verwundete Ex-Elitesoldat soll sich von seinen schweren Kriegsverletzungen erholen. Doch er verweigert die Therapie und torpediert das Wolfsprojekt, wo er nur kann. Kaya ist wütend und fasziniert zugleich, ohne das tragische Ausmaß seines Zustands zu ahnen. Eine Zusammenarbeit mit Nevis endet katastrophal. Erst als sich beide ihrer Vergangenheit stellen, können sie ihre Liebe und ihre Zukunft retten. (Klappentext © dtv Verlag)

Rena Fischer ist mir durch ihre Jugendromanreihen “Chosen” und “Elbendunkel” bereits bekannt. Auf ihren ersten Roman für Erwachsene habe ich mich schon richtig gefreut, da ich finde, dass sie richtig gut schreibt, nur dass mir Romantasy gerade überhaupt nicht liegt.

In ihrem Roman “Das Liede der Wölfe” geht es zusammen mit der deutschen Wolfsforscherin Kaya Lehmann in die schottischen Highlands. Hier versucht der Milliardär Alistair MacKinley in einem begrenzten Areal Wölfe wieder anzusiedeln, wobei ihm Kaya helfen soll. Vor allem bei der einheimischen Bevölkerung gilt es, noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. In dem einsam gelegenen Herrenhaus trifft Kaya auf MacKinleys Sohn Nevis, einen ehemaligen Elitesoldaten, der sich von seinen Verletzungen erholen soll und schwer an seinen Kriegstraumata zu leiden hat. Doch Nevis verweigert nicht nur die Therapie, sondern auch seine Unterstützung beim Gelingen des Wolfsprojektes. Aber Kaya, der die Wölfe sehr am Herzen liegen, macht sich nicht nur zur Aufgabe, die Bevölkerung in der Umgebung des Reservats zu überzeugen, sondern auch Nevis, der sie mehr fasziniert als sie sich zunächst eingestehen will.

Es gibt ja zwei Dinge, bei denen ich bei Liebesromanen inzwischen allergisch reagiere: Milliardär und traumatisierte Soldaten. Aber meine Sorge war unberechtigt, das läuft hier völlig anders. Einmal spielt das Milliardärsein eine untergeordnete Rolle und ist wohl vor allem dem realen Vorbild Paul Listers, einem Pionier in der Ansiedlung von Wölfen  in Schottland, geschuldet, der tatsächlich Millionär ist. Und dann vermeidet Rena Fischer es konsequent, den Eindruck entstehen zu lassen, dass die Liebe und das Verständnis einer Frau, eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) mal eben so wegzaubern können, wie ich das schon woanders gelesen habe und was mich richtig wütend macht.

Vielmehr gewinnt man den Eindruck, dass die Autorin zum Thema PTSB ausgiebig und sauber recherchiert hat. Das Thema wird sehr realistisch angegangen und dabei bezieht Rena Fischer auch mehrere Facetten mit ein. Gleiches trifft auch auf das Thema Wölfe zu, für mich das absolute Highlight des Buches. Ich fand es wahnsinnig interessant, so viel Neues über Wölfe zu erfahren! Nebenher und auch im Nachgang habe ich durch das Buch angeregt, noch einiges dazu gelesen.

Die Liebesgeschichte zwischen Kaya und Nevis ist einfühlsam jeweils aus der Ich-Perspektive erzählt, was sich trotz der wechselnden Erzähler (wohl auch durch die unterschiedlichen Schriftarten) erstaunlich gut lesen ließ. Besonders viel Spaß haben mir die Dialoge zwischen den beiden gemacht, die zum Teil echt witzig sind. Vor allem Kaya ist nicht auf den Mund gefallen und ich habe mich köstlich amüsiert.

Auch Schottland-Fans kommen natürlich voll auf ihre Kosten. Die Landschaft wird bezaubernd schön beschrieben, so dass sie sogar jemanden wie mich (so ganz ohne Fernweh) lockt. Spätestens, wenn es ums Essen geht, bin ich allerdings verloren. Wie gern wäre ich auch auf dem Manor gewesen und hätte mich von dem attraktiven Koch Robin verwöhnen lassen!

“Das Lied der Wölfe” hat mir richtig gut gefallen und mich mit einem bei einem Liebesroman meist unverhofften Tiefgang und erstaunlicher Vielschichtigkeit überrascht. Rena Fischer nähert sich ihren Themen mit Umsicht und Gefühl. Eingebettet in eine romantische Geschichte vor berauschender Kulisse ergibt sich ein wahres Lesevergnügen. Bitte gern mehr davon!

© Tintenhain


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Taschenbuch: 512 Seiten
Verlag: dtv Verlagsgesellschaft (21. Mai 2021)
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ISBN-13: 978-3423262873
Preis: € 14,90 [D]
Rezensionsexemplar
Cover Rena Fischer Das Lied der Wölfe
Cover © dtv

4 Kommentare

  1. Hallo liebe Mona,

    die Autorin kenne ich schon von der Mini-Reihe ” Elbendunkel”.
    Interessant das sie jetzt in eine ganz andere Leserichtung geht.

    Danke für das Vorstellen..LG..Karin..

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