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Katharina Hacker: Alles was passieren wird [Rezension]

Cover Katharina Hacker Alles, was passieren wird
Cover © Fischer Sauerländer

Nie hätte Iris geglaubt, dass Lisa und sie wieder richtige Freundinnen werden. Nie hätte sie geglaubt, dass es einen Jungen gibt, der kein Vollidiot ist. Überhaupt… sie hätte niemandem geglaubt, der behauptet, dass alles wieder gut wird. Doch mit der Schimmelstute Bellina kehrt das Helle in ihr Leben zurück, und Iris erkennt, dass sie nicht alleine ist. (Inhaltsangabe © Sauerländer)

Die vierzehnjährige Iris glaubt, dass es nie wieder gut werden wird. Seit ihre Mutter gestorben ist, ist alles anders. Ihr Vater versinkt in seiner eigenen Trauer und findet kaum Worte für seine Tochter. Mit ihrer besten Freundin Lisa redet Iris nicht mehr. Und überhaupt, wie soll sie ihr sagen, dass sie umgezogen sind, weil das Geld nicht reicht und auch, dass sie nicht mal mehr einen eigenen Spind in der Schule hat? Doch dann gelingt es Iris, bei einem Martinsumzug eine steigende Stute zu beruhigen und Schlimmeres zu verhindern. Zum Dank wird sie auf einen Reiterhof im Umland eingeladen. Ein heller Lichtstrahl, der sich in Iris’ Alltag schiebt und dann findet Iris doch wieder Worte.

“Alles was passieren wird” ist das erste Buch für Jugendliche der bekannten und erfolgreichen Autorin Katharina Hacker (“Die Habenichtse”). Die Geschichte von Iris, die erst ihre Mutter und dann gefühlt irgendwie alles verliert, beginnt behutsam und eindringlich. Iris’ Trauer und Verzweiflung ist spürbar, der Vater ist im Text genauso abwesend wie in Iris’ Erleben. Doch spürt man auch hier schon, dass Iris ein starker Charakter ist, der reflektiert und beobachtet. Die Begegnung mit der Stute Bellina, die fast so heißt wie Iris’ Mutter Belinda, ist für Iris ein Zeichen: Als wäre die weiße Stute von ihrer Mutter zu ihr geschickt worden. Iris beginnt, sich aus ihrem Schneckenhaus herauszuwagen und nimmt die freundlichen Kontaktversuche von Lukas an. Auch mit Lisa kann sie wieder sprechen.

Mehr Dynamik kommt auf, als Lisa erfährt, dass ihre beiden Irish Terrier ins Tierheim müssen, da ihr Bruder verstärkt allergisch reagiert. Gemeinsam hecken die Jugendlichen einen Plan aus, wie sie die Hunde vor ihrem Schicksal retten können. Natürlich spielen hier auch die Stute und der Reiterhof eine Rolle.

Was das Buch auszeichnet, sind immer wieder die Begegnungen mit anderen Menschen, die oft anders sind als sie auf den ersten Blick erscheinen. Begegnungen, die Mut machen, die freundlich sind und die Hoffnung geben. Mir hat es sehr gut gefallen, wie positiv und einfühlsam der Mann mit dem Deerhound oder der Polizist Tilli auf Iris eingehen, als würden sie spüren, dass Iris sie braucht.

Katharina Hacker setzt auf leise Töne, oft beklemmend, aber auch witzig. Vor allem die Szenen mit den beiden Irish Terriern Werwolf und Waswolf sorgen immer wieder für herzhafte Lacher. Manchmal wird es ein bisschen mystisch und das waren dann auch die Stellen, bei denen ich Gefahr lief, den Anschluss zu verlieren. Auch wird das Buch zunehmend vielschichtiger, so dass man wirklich konzentriert dabei bleiben muss, damit nicht alle Fäden aus der Hand gleiten. Das Ende war jedoch zufriedenstellend und vor allem mit einem positiven Ausblick.

“Alles was passieren wird” hat mir gut gefallen, vor allem sprachlich fand es bei mir großen Anklang. Ich mochte auch sehr die zeitlichen, aktuellen Bezüge und wie aktuelle Themen, die Jugendliche beschäftigen, eingeflochten wurden, wobei sich das auf die Zeit vor der Pandemie bezieht und derzeit möglicherweise anders gewichtet sein mag.

Ich würde das Buch Leserinnen und Lesern ab 14 Jahren empfehlen.

© Tintenhain


Leseprobe


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Einzelband
Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
Verlag:  FISCHER Sauerländer (28. April 2021)
ISBN-10: 3737358206
ISBN-13: 978-3737358200
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Preis:
  € 13,00 [D]
Rezensionsexemplar
Cover Katharina Hacker Alles, was passieren wird
Cover © Fischer Sauerländer

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