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Peter Swanson: Ein Tod ist nicht genug [Rezension]

Cover Peter Swanson Ein Tod ist nicht genug
Cover © Blanvalet Verlag

Harry Ackerson ist am Boden zerstört, als er erfährt, dass sein Vater bei einem Sturz von den Klippen ums Leben gekommen ist. Die Polizei hält es für einen Unfall, doch Harry weiß, dass sein Vater fit war und den Weg jeden Tag lief. Auf der Beerdigung fällt ihm eine Frau auf, die er noch nie zuvor gesehen hat. Und dann spricht Harrys Stiefmutter Alice den Verdacht aus, dass sein Vater eine Affäre hatte. Liegt hier der Schlüssel zu seinem Tod? Harry ahnt nicht, dass jede der Frauen Geheimnisse hütet und dass die Wahrheit viel finsterer ist, als er sich in seinen schlimmsten Träumen ausmalen könnte… (Inhaltsangabe © Blanvalet Random House)

Völlig unerwartet erhält Harry einen Anruf seiner Stiefmutter: Sein Vater ist von den Klippen gestürzt und dabei ums Leben gekommen. Wie betäubt fährt Harry Kennewick Village, Maine zur Beerdigung und steht seit langem wieder seiner attraktiven Stiefmütter Alice gegenüber, die ihm schon als junger Student den Kopf verdreht hat. Harry hat bald schon Zweifel an der Unfallversion, besonders als Alice andeutet, dass ihr Mann eine Affäre hatte. Auch taucht bei der Beerdigung eine unbekannte Frau auf. Harry beginnt auf eigene Faust zu recherchieren und taucht dabei in die Vergangenheit ein. Doch die Geheimnisse, die nun zutage trete, sind gefährlich.

Peter Swanson baut seinen Thriller dramatisch, aber mit leisen Tönen im Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit auf, wobei sich beide Zeitstränge immer mehr annähern. Dabei ist die Vergangenheit fast interessanter als Harrys Recherchen in der Gegenwart. Das Thema Altersunterschied und der zum Teil damit verbundene Missbrauch zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch und fast sämtliche Beziehungen. Swanson kreiert spannende, mehrdimensionale Charaktere, die letztendlich die Spannung des Buches tragen und die vorhersehbare Handlung kompensieren.

Denn leider ist die Handlung von Anfang an ziemlich durchschaubar und der Autor wartet kaum mit Überraschungen auf. Trotzdem ist „Ein Tod ist nicht genug“ nicht langweilig, weil Swanson einfach gut schreiben und spannend erzählen kann. Die vollmundig in den zitierten Rezensionen im Klappenumschlag angekündigten „Wendungen“ habe ich dann aber doch sehr vermisst, weil ich mich auf hammermäßige Plottwists wie bei „Die Gerechte“ eingestellt hatte.

Das Etikett Thriller könnte manche erwartungsvolle Leserin dann doch enttäuschen.

© Tintenhain


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Einzelband
Broschiert: 384 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (17. Februar 2020)
Originaltitel: All the Beautiful Lies (2018)
Übersetzung aus dem Amerikanischen: Fred Kinzel
ISBN-10: 3734105544
ISBN-13: 978-3734105548
Preis: € 12,00 [D]
Rezensionsexemplar
Cover Peter Swanson Ein Tod ist nicht genug
Cover © Blanvalet Verlag

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