Lyssa Kay Adams: The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman (1) [Rezension]

Cover Lyssa Kay Adams The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman
Cover © Rowohlt Kyss

Die Ehe von Profisportler Gavin Scott steckt in der Krise. Genau genommen ist sie sogar vorbei, wenn es nach seiner Frau Thea geht. Und das darf nicht sein. Thea ist die Liebe seines Lebens! Und er versteht, verdammt noch mal, nicht, was überhaupt passiert ist. Eigentlich müsste SIE sich bei IHM entschuldigen! Gavin ist ratlos und verzweifelt – bis einer seiner Freunde ihn mit zu einem Treffen nimmt. Einem Treffen des Secret Book Club. Hier lesen und diskutieren Männer heimlich Liebesromane, um ihre Frauen besser zu verstehen. Gavin hält das für Schwachsinn. Wie sollen Liebesschnulzen ihm helfen, seine Ehe zu retten? Doch die Lektüre überrascht ihn. Und Thea steht eine noch viel größere Überraschung bevor! (Inhaltsangabe © Rowohlt Kyss)

Baseballstar Gavin Scott landet einen Grand Slam – sein höchster Erfolg in seiner Sportlerkarriere. Doch zu Hause ist Gavin dabei, alles zu verlieren. Seine Frau Thea will die Trennung. Gavin ist am Boden zerstört und sieht sich keiner Schuld bewusst. Doch Thea hat die Nase voll davon, als angepasste Spielerfrau immer nur die zweite Geige zu spielen. Unterstützung erhält Gavin unverhofft von seinen Teammates, die einen geheimen Buchclub gegründet haben, in dem sie Liebesromane lesen und auf ihre Alltagstauglichkeit überprüfen. Da stehen ungeheuer gute Tipps drin, die bei den Frauen Eindruck machen.

„The Secret Book Club“ liegt eine wunderbare Idee zugrunde, weshalb ich das Buch sofort lesen musste. Allerdings, so viel sei vorweggenommen, hat mich das Buch ziemlich enttäuscht. Was hätte man daraus machen können!

Es ist schon ganz witzig, wie die Männer mithilfe von Regency-Romanen versuchen, die Frauen besser zu verstehen und sich Tipps für den Umgang mit Frauen und fürs Bett holen. Allerdings sind die Jungs Abziehbilder von Sportlern, triefend von Klischees. Am nervigsten ist Mack, der Womanizer, der trotz seiner Besserwisserei selbst nichts auf die Reihe kriegt. Dann gibt es da noch einen Typen, der nur „der Russe“ genannt wird, und in den die Autorin ein ziemlich merkwürdiges Bild eines dauerfurzenden, ekelhaften, gerade mal radebrechenden Dummbatzes projiziert. Da haben sich mir regelmäßig die Haare gesträubt. Nicht seinetwegen, sondern weil ich mich frage, was die Autorin damit ausdrücken wollte.

Thea und Gavin kreisen jeweils nur um sich selbst und schwelgen in gegenseitigen Vorwürfen. Romantik wird meistens nur durch die Tipps erzeugt, die Gavin sich aus seinem Roman holt. Dadurch wirkt es oft unecht, insbesondere weil das natürlich nicht immer so klappt. So sind auch die lustigen Szenen, die in denen Gavin damit hadert, dass Graf Benedict aus „Die Verführung der Gräfin“ irgendwie erfolgreicher zu sein scheint als er. Tatsächlich fand ich es anfangs sehr witzig, wie er dem Grafen ständig neue  Namen wie „Graf Enge-Hose“ oder „Graf Lick-a-lot“ verpasst. Allerdings wird das dann so weit getrieben, dass es dann zunehmend genervt hat.

Bei mir ist der Funke leider nicht übergesprungen. Thea kiekst, wenn sie ihren Mann in einem Anzug sieht, Gavin denkt nicht weiter bis zum nächsten Kuss und Orgasmus. Und wenn der Secret Book Club über toxische Männlichkeit und Feminismus spricht, klingt es wie gewollt und nicht gekonnt. Das war gut gemeint, keine Frage, konnte mich aber leider nicht überzeugen. Spätestens wenn man die erfolgreichen Sportler zusammen mit ihren Frauen sieht, fragt man sich, ob sie selber denken können oder immer nur Sachen aus Liebesromanen nachplappern können.

Insgesamt lässt sich das Buch schnell lesen und es ist auf eine gewisse Weise humorvoll geschrieben. Romantik oder gar Herzklopfen habe ich allerdings vermisst und so ziemlich alle in dem Buch gingen mir gehörig auf die Nerven. Ich verlinke unten gern noch positive Meinungen zum „Secret Book Club“. Wenn ich die überwiegend positiven Bewertungen auf Goodreads sehe, scheine ich mit meiner Kritik eher allein dazustehen.

© Tintenhain


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Die Secret Book Club-Reihe
1. The Secret Book Club – Ein fast perfekter Liebesroman
2. The Secret Book Club – Die Liebesroman-Mission (erscheint August 2020)
3. Crazy Stupid Bromance (im Original Oktober 2020)


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Lyssa Kay Adams: The Secret Book Club 1

Reihe, Band 1
Broschiert: 400 Seiten
Verlag: Rowohlt Taschenbuch (21. April 2020)
Originaltitel: The Bromance Book Club
Übersetzung aus dem Amerikanischen: Angela Koonen
ISBN-10: 3499002647
ISBN-13: 978-3499002649
Preis: € 12,99 [D]
als eBook derzeit € 4,99
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Cover © Rowohlt Kyss

3 Kommentare

  1. Hallo Mona,

    ui, das hört sich nach Zwischendurch-Lektüre an. Ich bin jedenfalls neugierig und habe das Buch auch schon hier. Diese Grundidee finde ich recht charmant, schade, dass es gar so von Klischees trieft und der Funke nicht springen wollte.

    Liebe Grüße,
    Nicole

  2. Liebe Mona,

    Kritik ist in Ordnung, im positiven wie im negativen Sinne und geschmächer sind so vielfältig wie die Welt. Es ist die erste Rezension zu diesem Buch, die ich lese und verstehe deine Punkte, onwohl ich das b<uch noch nicht gelesen habe, es aber definitiv noch tun werde.
    Mir gefällt die Idee genauso wie dir, aber so richtig hohe Erwartungen habe ich nicht. Es hat was von "Was Frauen wollen" und der Film triefte ja auch vor Klischees 😉

    Danke für deine Worte.

    Liebe Grüße
    Tina

    1. Oh, ich habe bisher nur Positives über das Buch gelesen. Alle Welt ist begeistert. Also nicht von mir abschrecken lassen. ;-D
      Viel Spaß beim Lesen!

      Liebe Grüße
      Mona

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