Rebecca Fleet: Das andere Haus [Rezension]

Rebecca Fleet Das andere Haus Cover
Cover © Goldmann Verlag

Als Caroline und Francis ein Angebot zum Haustausch erhalten, zögern sie nicht lange. Voller Vorfreude beziehen sie ihr Urlaubs-Domizil in der Nähe von London. Doch dort stößt Caroline auf Details, die sie zutiefst verstören: ein ganz spezieller Blumenstrauß, die eingelegte CD, ein vergessenes Rasierwasser; scheinbar harmlose Gegenstände, die in Wahrheit aber mit dem dunkelsten Kapitel ihres Lebens verbunden sind – und mit einem Menschen, den sie für immer vergessen wollte. Ist es möglich, dass er sie in eine Falle gelockt hat? Und wer ist nun in ihrer eigenen Wohnung? Es beginnt ein psychologisches Verwirrspiel, das sie und alle, die sie liebt, ins Verderben zu reißen droht… (Inhaltsangabe © Goldmann Random House)

Als sich Caroline die Möglichkeit bietet, ihr Haus zu tauschen und für drei Wochen in Chiswick bei London Urlaub zu machen, scheint es der perfekte Deal zu sein. Für sie und ihren Mann Francis ist es die Chance, sich als Paar wieder neu zu finden, denn wie wir schnell erfahren, hat Francis eine langanhaltende depressive Phase mit Medikamentenmissbrauch hinter sich.

Dass der Haustausch nicht ganz ohne ist, erfährt man schon im Prolog. Eine unbekannte Person freut sich diebisch, in Carolines Haus zu sein und man ahnt, dass sich nichts Gutes dahinter verbergen kann. Schnell stellt Caroline dann auch fest, dass ihre Vergangenheit sie einzuholen scheint. In Rückblenden erfährt man von der früheren Liaison mit ihrem Arbeitskollegen Carl, die umso leidenschaftlicher wurde, je mehr Francis der Sucht verfiel. Es ist unheimlich in Chiswick, nicht nur wegen des merkwürdigen Verhaltens der Nachbarin, sondern auch, weil Caroline in dem steril aussehenden, fremden Haus immer wieder auf Dinge stößt, die sie an Carl erinnern. Wer ist in ihrem Haus?

Die Story ist weniger verzwickt, als ich anhand des Klappentextes vermutet hätte. Von Anfang an wird mit offenen Karten gespielt. Es ist klar, dass Caroline eine Affäre hatte, die sie nun wieder einholt. Nun schreibt Rebecca Fleet aber so, dass ich dennoch gefesselt wurde und gern weiter gelesen habe. Zum Glück. Denn plötzlich ist alles anders – ein Plottwist, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet hatte. Plötzlich wird es richtig spannend, auch wenn man bis dahin fast zwei Drittel durchhalten muss.

Der Psychothriller  wird aus wechselnden Perspektiven auf zwei Zeitebenen erzählt. Den größten Anteil nehmen dabei Caroline und Francis sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit ein. Kleine kursiv gesetzte Kapitel geben Einblick in die Gedanken der Person in Carolines Haus.

„Das andere Haus“ ist gut, keine Frage, wenn auch auf einer anderen Ebene als gedacht. Für einen Psychothriller fehlt mir der Thrill, vor allem, was die unheimlichen Dinge in dem Tauschhaus betrifft. Da hätte ich mich gern mehr gegruselt oder geängstigt. Interessant ist aber die Darstellung des Ehebruchs von beiden Seiten, die Medikamentenabhängigkeit und damit das Psychogramm der Ehe von Francis und Caroline. Erwartet hätte ich also etwas anderes, aber das, was ich bekommen habe, hat mir auf jeden Fall auch gefallen.

© Tintenhain


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Leseprobe


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Einzelband
Broschiert: 352 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (20. August 2018)
Originaltitel: The House Swap (2018)

Übersetzung aus dem Englischen: Eva Kemper
ISBN-10: 344220559X
ISBN-13: 978-3442205592
Preis: € 15,00 [D]
Rezensionsexemplar
Rebecca Fleet Das andere Haus Cover
Cover © Goldmann Verlag

4 Kommentare

  1. Haustausch-Thriller dürften der neueste Shit sein, immer wieder stoße ich in den letzten Monaten über dieses Setting. Über „Das andere Haus hab ich bis jetzt wenig Gutes gelesen – schön, mal eine andere Meinung zu lesen.

  2. Huhu meine Feine, nach langem endlich mal wieder mit Kommi (=

    Hmmm, der Thrill fehlt? Ist natürlich unfein bei einem Titel aus dem genre (Psycho)Thriller. Die Geschichte steht als Hörbuch auf meiner Wunschliste und nun weiß ich nicht recht, ob ich nicht enttäuscht werde …

    Mukkelige Grüße,
    Janna

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