Guillaume Musso: Das Mädchen aus Brooklyn [Rezension]

Cover (c) Piper Verlag

Stell dir vor, ich hätte etwas Schreckliches getan. Würdest du mich trotzdem lieben?
Raphaël ist überglücklich, in wenigen Wochen wird er seine große Liebe Anna heiraten. Aber wieso weigert sie sich beharrlich, ihm von ihrer Vergangenheit zu erzählen? Während eines romantischen Wochenendes an der Côte d’Azur bringt Raphaël sie dazu, ihr Schweigen zu brechen. Was Anna dann offenbart, übersteigt alle seine Befürchtungen. Sie zeigt ihm das Foto dreier Leichen und gesteht: »Das habe ich getan.« Raphaël ist schockiert. Wer ist die Frau, in die er sich verliebt hat? Doch ehe Anna sich ihm erklären kann, verschwindet sie spurlos. Raphaël bittet seinen Freund Marc, einen ehemaligen Polizisten, um Hilfe. Gemeinsam setzen sie alles daran, seine Verlobte wiederzufinden – der Beginn einer dramatischen, atemlosen Suche nach der Wahrheit, die sie bis in die dunklen Straßen von Harlem und Brooklyn führt. (Klappentext)

Mein erstes Buch von Guillaume Musso und schon bin ich überzeugt. „Das Mädchen aus Brooklyn“ wartet mit einer spannenden und hervorragend erzählten Story auf. Nicht nur startet Musso mit Volldampf und lässt den Leser bereits am Anfang mit lauter Fragezeichen stehen, auch später kommt keine Langeweile auf und zwischen Paris, dem Elsass und New York decken Raphaël und sein Freund Marc eine ganz unglaubliche Geschichte auf.

Raphaël ist ein grundsolider, alleinerziehender Vater, der seinen Beruf als Autor seit der Geburt seines Sohnes eher zurückstehen lässt. Sein Glück ist perfekt als er in Anna seine Traumfrau findet. Doch kurz vor der Hochzeit wird der Traum von der gemeinsamen Zukunft jäh zerstört. Als Raphaël sich nach Annas schockierender Antwort auf die Frage nach der Vergangenheit wieder berappelt, setzt er alles daran, seine plötzlich verschwundene Verlobte zu finden.
Raphaëls Freund und Nachbar Marc, ein ehemaliger Polizist, bringt sogleich seine alten Kontakte ins Spiel, so dass die Suche nach Anna schnell voranschreitet und immer mehr Licht ins Dunkle ihrer Vergangenheit gebracht wird. Marc, den das Leben mitgenommen hat, ist ein bärbeißiger, manchmal etwas aggressiver Typ, der sich als zuverlässig und beharrlich erweist.

Musso wechselt gern den Erzählstil. Die Passagen, in denen Raphaël agiert, werden vorrangig aus Ich-Perspkteive erzählt, während Marc in der dritten Person in seinem Handeln beobachtet wird. Andere Personen erhellen mit ihrer eigenen Stimme aus der Vergangenheit die Hintergründe und erklären genauer, was dem Leser und auch den Ermittlern sonst verborgen bliebe. Die Kapitel sind klar strukturiert und werden mit passenden literarischen Zitate eingeleitet. Auch im Text finden sich immer wieder literarische Bezüge und Anmerkungen, was mir sehr gefallen hat. Musso schreibt eingängig und versteht es, seine Leser zu fesseln.

Die Geschichte ist unglaublich komplex und zeitweise hat man das Gefühl, dass das „Wollknäuel“ immer größer wird und die Fäden immer verworrener. Dabei werden weniger falsche Spuren gelegt als dass vielmehr immer mehr Verborgenes zutage tritt. Dabei ist Musso sehr detailreich und als Leser muss man wirklich auf Kleinigkeiten achten, die manchmal eine neue Wende bringen. Es gelingt Musso, am Ende alle Fäden zu entwirren und ein befriedigendes Ende herbeizuführen, auch wenn dieses sehr überraschend kommt und noch einmal einen hervorragenden Twist einbaut. Ein paar kleinere Fragen bleiben offen, aber da ich das Buch in einer Leserunde bei Lovelybooks gelesen habe, brachte der Austausch mit anderen noch ein paar Ideen, die den vom Autor dem Leser überlassenen Spielraum füllen konnten.

Mich hat das Buch von Anfang an begeistern können, vor allem weil die Spannung stetig stieg, die Charaktere auf ganzer Linie überzeugen konnten und Mussos Schreibstil genau meinen Nerv getroffen hat. Für mich ist der Autor auf jeden Fall eine Entdeckung und ich freue mich auf weitere Bücher von ihm – gern auch auf Eure Empfehlung hin.

© Tintenhain

Leseprobe

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Guillaume Musso: Das Mädchen aus Brooklyn

Einzelband
Broschiert:
496 Seiten
Verlag: Pendo (2. Juni 2017)
Originaltitel: La Fille de Brooklyn
Übersetzung aus dem Französischen: Eliane Hagedorn, Bettina Runge
ISBN-10: 386612421X
ISBN-13: 978-3866124219
Preis: 16,99 € (D)
Rezensionsexemplar, Lovelybooks-Leserunde

Cover (c) Piper Verlag

11 Kommentare

  1. Das ist mir schon in der Verlagsvorschau aufgefallen. Werde ich auf jeden Fall auch noch lesen. Danach dann auch den Rest deiner Rezension, hab gerade nur unten nach einem Fazit gelinst. ;o)

    1. Mach ich auch immer so, wenn mich ein Buch interessiert. 🙂
      In einer Verlagsvorschau wäre mir das Buch vermutlich gar nicht weiter aufgefallen. Man musste mich ein bisschen darauf stoßen, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt! Viel Spaß beim Lesen!

    1. Danke, liebe Nisnis. Ich habe schon mal geguckt, was er noch so geschrieben hat. Ich bin auf jeden Fall angefixt, vor allem, weil mir der Sprachstil sehr gefällt.

      LG
      Mona

  2. hallo Mona,

    „Nacht im Central Park“ oder auch „Vielleicht morgen“ – beide ganz unterschiedlich und beide sowas von 100% Musso! Einfach toll!!
    Rezensionen dazu findest du auch bei mir 😉
    lieben Gruß
    Jule

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