"Silber – Das zweite Buch der Träume" – Lesen mit Baby: Protokoll einer Süchtigen

Endlich! Endlich! Der DHL-Transporter hält vor meinem Fenster. Ich springe zur Tür und schaffe es, sie aufzureißen, bevor die ausgestreckte Hand des Auslieferers die Türklingel erreicht. Geschafft! Purzelchen schläft friedlich weiter. Die dem Buch innewohnenden Magie beginnt bereits zu wirken: Das Päckchen lässt sich nicht einscannen. Mein verzweifeltes „Ich will das aber haben!“ entlockt dem Mann nur ein fröhliches Lachen. Dann halte ich es endlich in den Händen: „Silber – Das zweite Buch der Träume“ von Kerstin Gier – heiß herbeigesehnt und mit einer Unmenge an Glück über Bloggdeinbuch erhalten.
Silber Cover (c) Fischer Verlage
Das Cover ist wunderschön und auch haptisch ein Genuss – fast zu schade, dass ich die Schutzumschläge beim Lesen immer beiseite lege. Sie müssen schließlich geschützt werden oder warum heißen die sonst so? Auch die Seiten sind wieder auffallend liebevoll graphisch gestaltet.
Lesetisch
Nun muss eine Strategie her, wie ich das Buch am besten und schnellsten genießen kann. Purzelchen muss ja auch noch zu ihrem Recht kommen. Mein Plan ist also, möglichst viel beim Stillen zu lesen, dann bin ich ja sowieso an den Sessel gefesselt. Für einen kurzen Überblick über den ersten Band, zu Ihr hier auch eine Rezension findet, habe ich mir noch einmal im Spoilerparadies verschafft. Man vergisst über die langen Monate ja doch immer wieder so Einiges.
Und nun geht es los. Die Uhrzeiten sind nur ungefähre Angaben, bei uns geht es keinesfalls so generalstabsmäßig zu.
13:00 Uhr
Purzelchen wird gestillt. Start bis Seite 37
Livs humorvolle Art zu erzählen, hat mich sofort wieder für sie eingenommen. Ein paar Blackouts habe ich noch, was die Handlung aus Band 1 betrifft, aber ich hoffe, das gibt sich bald.
14:15 Uhr
Purzelchen schläft auf dem Arm der großen Schwester, die dadurch „leider“ gerade keine Hausaufgaben machen kann. Schnell Foto fürs Familienalbum machen und dann das Buch schnappen! – Leider kommentiert die große Schwester lautstark alle ihre Gedanken, so dass man sich kaum auf das Buch konzentrieren kann. Nach 20 Minuten gibt sie das Purzelchen mit dem lässigen Kommentar „Ihr könnt sie mir öfter mal geben, wenn sie einschlafen soll!“ zurück.
15:30 Uhr
Bis Seite 76 gekommen – mit dem schlafenden Purzelchen auf dem Arm. In der Wiege wollte sie nämlich nicht liegen. Mal sehen, wieviel Zeit mir bis zum nächsten Stillen bleibt. Henry ist mir echt ein Rätsel, was hat er nur zu verbergen? Mir fehlt auch sehr das Knistern zwischen ihm und Liv.
16:15 Uhr
Purzelchen stillt neben ihrem Hunger auch gleich das Saugbedürfnis für die nächsten Stunden, weil Mama nicht aufpasst – sie ist nämlich zwischenzeitlich zu Gast auf der Drei-Königstags-Tea-Party bei Granny, die mal wieder Gift versprüht. Auf Seite 107 angelangt, fehlt mir gerade trotz des heimeligen Wohlgefühls die Spannung, auch wenn sich in den Träumen etwas abzuzeichnen scheint.
19:00 Uhr
Schreizeit – nichts geht mehr!
21:00 Uhr
Eine volle Windel und eine Stillzeit später: Seite 133
Liv und Mia haben eine große Dummheit begangen und ich habe gelernt, dass wildes Vor-sich-hin-kichern Babys beim Trinken irritiert.
22:45 Uhr
Da mir immerzu die Augen zufallen, gehe ich jetzt ins Bett.
Bilanz: Seite 155 – Mit Baby schafft man also ein „Silber“-Buch nicht mehr an einem Tag.
Gute Nacht!
Der nächste Tag
09:30 Uhr
Die Hebamme war da. Nun kehrt wieder Ruhe ein. Die Stillzeit bringt mich etliche Seiten voran.
10:00 Uhr
Das Purzelchen ist auf meinem Arm eingeschlafen – und da bleibt es jetzt. Mit einer Hand balanciere ich das Buch, was manchmal echt anstrengend wird. Die Seiten fliegen nur so dahin. Endlich kommt Action in die Träume. Mein Herz fliegt inzwischen Grayson entgegen.
11:45 Uhr
Geschafft! Das Purzelchen fing an sich zu recken und strecken und ich habe schnell noch das Nachwort gelesen.
Nun muss sich nur noch mal Zeit für eine Rezi finden. Das geht ja leider nicht mit einem Purzel auf dem Arm. Nach dem Mittagessen, das schon auf dem Herd köchelt, muss dann auch mal der Staubsauger geschwungen werden. So geht das ja nicht!
Es ist aber schön festzustellen, dass Lesen fast wie vorher sein kann. Etwas langsamer vielleicht, aber auch viel kuscheliger.
Eure Tintenelfe
 

16 Kommentare

  1. Ich kann mir alles lebhaft vorstellen 🙂
    Das Buch muss ich auch unbedingt haben.
    Habe letzte Nacht „Saeculum“ zu Ende gelesen, ich konnte einfach nicht aufhören.
    Viele Grüße
    Katja

    1. Hallo Katja, ich finde das sooooo toll, dass wir die gleichen Bücher mögen! <3 – Und "Silber" ist einfach wie heimkommen und wohlfühlen. 🙂
      Bei „Saeculum“ gab es damals einen Sturm und ich war mit den Kindern allein zu Hause. Aus den Augenwinkeln sah ich, wie sich die Büsche draußen bewegten, und ich hatte ein unheimliches Gefühl. Plötzlich knallte es draußen ganz gewaltig und ich war wie ans Sofa gekettet. Am nächsten Tag stellte sich heraus, dass unser großer Gemeinschaftsweihnachtsbaum auf dem Wendehammer umgefallen war.

      1. … grusel … das Buch war echt gut. 🙂
        M. will sich morgen Silber II kaufen, aber dann steht es ja nicht in MEINEM Regal :-/
        und ich kann nur darin lesen wenn sie nicht da ist.

      2. Das ist ja echt blöd. Würde sie sich nicht freuen, wenn DU es kaufst, und sie es umsonst lesen darf? – Wenn Du nicht da bist, versteht sich. 🙂

  2. Liebe Tintenelfe, ich fühl mich gerade wie ein kleines Kind. Auch Silber 2 haben wollen! Auch! Auch! Auch! Danke übrigens für den coolen Link zum Spoilerparadies – ich dachte schon, ich muss den kompletten ersten Band nochmal lesen, denn ich hab bei solchen Sachen auch leider Kopf wie Sieb 😉 Lg Maya

  3. Braves Purzelchen! Ich komme deutlich weniger zum Lesen als vorher, denn meine Kleine mag es nicht besonders, wenn Mama beim Stillen ihre Nase in Bücher steckt. Ein E-Reader vereinfacht die Sache etwas, aber optimal ist das noch nicht. Daran müssen wir noch arbeiten, denn der SuB wird gerade nicht kleiner…
    LG, Julia

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