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Ilona Einwohlt: Uncovered – Dein Selfie zeigt alles [Rezension]

Cover Ilona Einwohlt: Uncovered - Dein Selfie zeigt alles
Cover © Arena Verlag

Ein sexy Foto von der Neuen in der Klasse abstauben: für Mädchenschwarm Milan die ultimative Challenge. Ein Flirt mit der selbstbewussten Ella soll ihm bei seinen Kumpels den Bad-Boy-Titel sichern. Aber Ella, die ihn beim Judo locker auf die Matte wirft, ist so ganz anders als die Mädchen, die Milan bisher um den Finger gewickelt hat. Als es zwischen den beiden funkt, schickt Ella ihm das Selfie, auf das er gewartet hat. Aber längst hat sich Milan in Ella verknallt, so richtig. Die bescheuerte Wette ist für ihn Geschichte. Wäre da nicht sein Kumpel Tobi, der endlich nackte Haut sehen will – und der noch aus einem ganz anderen Grund ein Auge auf Ella geworfen hat…(Inhaltsangabe © Arena Verlag)

Hate speach, Cybermobbing, Sexting… Mobbing hat in Zeiten von sozialen Medien und dem allumfassenden Zugriff aufs das Internet neue Dimensionen angenommen. In ihrem Jugendroman “Uncovered” bettet Ilona Einwohlt das Thema Sexting in eine mitreißende Geschichte ein, die vor allem zeigt, wie aus einem vermeintlich harmlosen Spaß eine Straftat entstehen kann, aber auch wie man sich wehren kann.

Ella, die neu an der Schule ist, kann mit den Social Media Challenges ihrer Mitschülerinnen und Mitschülern so gar nichts anfangen. Insbesondere das #bitchbingo, bei dem die Jungs freizügige Bilder ihrer Klassenkameradinnen sammeln, erscheint ihr ziemlich hirnverbrannt. Sie sieht lieber zu, endlich einen vernünftigen Judoverein für ihr Training zu finden, um so richtig in der neuen Heimat anzukommen.  Milan, in den alle Mädchen ein bisschen verliebt sind, hingegen nimmt die Challenge ziemlich ernst. Sein Kumpel Tobi macht einen richtigen Wettstreit daraus und er stichelt bei jeder Gelegenheit, dass Milan von Ella ganz sicher kein Bild kriegen würde. Dabei hätte er selbst gern eins.

Aber während Milan relativ schnell immer mehr Bilder zusammenkriegt, hat Tobi das Nachsehen, was ihn ziemlich wütend macht. Als Milan Ella näher kennenlernt, würde er am liebsten aussteigen. So ein tolles Mädchen hat er noch nie getroffen und auch Ella stellt fest, dass in Milan mehr steckt als der oberflächliche Mädchenschwarm der Schule, für den ihn alle halten. Zwischen ihnen funkt es gewaltig und schon bald ist sich Ella sicher, dass Milan sie nie verletzen würde. Doch als Ella Milan das ersehnte Foto schickt, entwickelt sich eine Eigendynamik, die nicht mehr zu stoppen ist und alles zerstört.

Ilona Einwohlt nimmt sich des Themas Sexting sehr behutsam an und zeichnet dabei ein Bild, wie es in jeder Schulklasse entstehen könnte. Herumblödelnde Jungs, selbstbewusste Mädchen, der dringende Wunsch gesehen und gemocht zu werden. Was mich erstaunt hat, war tatsächlich, mit welchem Ehrgeiz die Mädchen den Jungs Fotos von sich schicken, zwar ohne Gesicht, aber doch sehr freizügig. Da geht es nicht noch einmal um Vertrauen, wie später bei Milan und Ella, sondern allein um den Spaß am Mitmachen und Dabeisein.

Die Geschichte baut sich langsam auf, nimmt sich Zeit, um Ella und Milan jeweils besser kennenzulernen. Zum Teil waren es mir ein wenig viel Klischees. Ella, voll tough, nimmt Milan erst richtig wahr, als er sie aus einer brenzligen Situation rettet. Milan, der Bad Boy mit dem weichen Kern, der erst einmal von dem richtigen Mädchen entdeckt werden muss. Die eifersüchtige Ex und der immer ins Hintertreffen geratende Freund mit dem schwierigen Elternhaus, dem nichts weiter übrig bleibt, als fies zu werden. Es passte immer alles gut zusammen und war logisch, aber trotzdem erschienen mir die Charaktere zu schablonenhaft.

Vor allem die Rolle von Tobi ist schwierig zu bewerten. Mir greift das Buch an dieser Stelle zu kurz, da er alle Anzeichen dafür hat, später einmal zu einem Incel zu werden. Es hätte mir sehr gefallen, wenn auch er Hilfe bekommen hätte, statt nur der Buhmann zu sein, den man ganz genüsslich hassen kann. Seine Entwicklung macht mir ehrlich gesagt am meisten Sorge.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen und ich habe es in einem Rutsch gelesen. Ich fand die Entwicklungen richtig spannend und auch wenn man ahnt, worauf es hinausläuft (der Klappentext verrät genug), so ist es doch eine Achterbahnfahrt auf dem Weg dahin. Richtig gut finde ich, dass Wege aus der aussichtslos erscheinenden Situation gezeigt werden und so muss auch unbedingt lobend erwähnt werden, dass die letzten Seiten im Buche ganz konkrete Tipps beinhalten und auf Hilfsangebote wie das Beratungsportal bei Cybermobbing Juuupport hinweisen.

© Tintenhain


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Einzelband
Gebundene Ausgabe: 232 Seiten
Verlag: Arena (28. Januar 2021)
ISBN-10 : 3401605496
ISBN-13:
978-3-8321-8153-6
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Preis: € 8,00 [D]
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