Brad Parks: Nicht ein Wort [Rezension]

Brad parks Nicht ein Wort Cover
Cover © Fischer Verlage

Es hätte ein normaler Mittwochnachmittag werden sollen, an dem Bundesrichter Scott Sampson seine beiden Kinder Sam und Emma zum Schwimmen begleiten würde. Doch dann erreicht ihn eine SMS seiner Frau, die besagt, dass sie die beiden von der Schule abholt. Als Alison später nach Hause kommt, sind die Kinder nicht bei ihr. Und sie hat auch keine SMS geschrieben. Stattdessen klingelt das Telefon. „Ihre Kinder sind in unserer Gewalt!“ sagt eine Stimme. Wenn Scott sie wiedersehen will, hat er genaue Instruktionen in einem Drogenfall zu befolgen, der am nächsten Tag verhandelt werden soll.
Plötzlich steht das Schicksal seiner gesamten Familie auf dem Spiel, und Scott Sampson muss die schwerste Entscheidung seines Lebens treffen: Wird er Recht sprechen oder seine Familie retten? (Inhaltsangabe © Fischer Verlage)

Nachdem mir „Ich vernichte dich“ so gut gefallen hatte, musste ich unbedingt einen weiteren Thriller von Brad Parks lesen. Das Grundszenario ist ähnlich – ein Kind wird den Eltern entrissen und diese müssen daraufhin alles in Bewegung setzen, um es zurückzubekommen. In diesem Fall werden gleich zwei Kinder entführt – von richtig bösen Männern und die Erpressungsnachricht folgt auf dem Fuße. Der Vater Scott Sampson, Bundesrichter in Virginia, soll in einem Gerichtsfall nach dem Willen der Entführer entscheiden, nur dann bekommt er seine Kinder lebend zurück. Ganz klar auch: Zur Polizei nicht ein Wort.

Es folgt der innere Kampf des Richters, dem klar ist, dass das falsche Gerichtsurteil seinen beruflichen Untergang bedeuten kann. Aber was tun, wenn das Leben der eigenen Kinder auf dem Spiel steht? Sampson beginnt auf eigene Faust zu ermitteln, wer hinter der Entführung stecken kann. Das nimmt zuweilen absurde Ausmaße an und irgendwie erscheint er dabei immer etwas kopflos. Auch als Richter macht er keinen besonders kompetenten Eindruck. Ins Amt kam er durch Beziehungen, er hat kaum Ahnung, was die Hintergründe zu den Fällen betrifft, die Arbeit machen andere. Er entscheidet nur. Aufgrund der genauen Darstellung der Justiz durch Brad Parks, die mich in „Ich vernichte dich“ bereits beeindruckt hat, finde ich das ein wenig gruselig.

Die menschliche Seite in Richter Sampson ist jedoch wiederum nachvollziehbar und ich habe vor allem aufgrund der glücklicherweise seltenen Szenen, in denen die kaltblütigen Entführer mit den Kindern eingeblendet wurden, wirklich mit ihm um das Leben von Sam und Emma gebangt.

Auch wenn es grundsätzlich spannend war und der Showdown im Gerichtssaal nervenaufreibend wurde, gab es immer wieder einige Längen. Der Showdown an sich – Gerichtsverhandlung mit ständigen Unterbrechungspausen, in denen der Richter herausfindet, wer wirklich dahinter steckt – kam mir etwas merkwürdig vor. So ein Richter scheint wirklich machen zu können, was er will. Das Ende war sehr konstruiert und drückte ein wenig auf die Tränendrüse. Naja, das war dann inzwischen egal.

Alles in allem hat mir der Thriller jedoch gut gefallen und ich werde auf jeden Fall auch das nächste Buch von Brad Parker lesen wollen.

© Tintenhain


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Brad parks Nicht ein Wort Cover
Cover © Fischer Verlage

5 Kommentare

  1. Hallo liebe Mona,

    lange nichts mehr kommentiert bei dir, sorry.

    Eine schöne Rezension, die mich gleich wieder dazu animiert meine Wunschliste zu erweitern. Sind ja schließlich auch Vögel drauf auf dem Cover. 😉

    Ganz liebe Grüße
    Karin

    1. Wenn Du Lust hast, was von Brad Parks (auch ohne Vögel auf dem Cover) zu lesen, würde ich die „Ich vernichte dich“ empfehlen. Das fand ich noch um einiges spannender.

      LG,
      Mona

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