Ich habe einen Lesekater [Geplauder]

An alle, die jetzt hier gelandet sind, weil sie Katzencontent im Tintenhain erwartet haben, eine kleine Entschuldigung. Nein, ich habe keine Katze, stattdessen bin ich heute morgen mit furchtbaren Kopfschmerzen aufgewacht und fühlte mich ganz schrecklich.

Lesekater Hummeln im HerzenSo muss sich ein Kater anfühlen, dachte ich. Gerade gestern noch habe ich beim Laternenumzug mit abschließendem Glühwein noch erzählt, dass ich noch nie einen Kater gehabt habe und diese Erfahrung auch überhaupt nicht vermissen würde. – Wie man sieht, fehlt mir tatsächlich der Vergleich und ich habe keine Ahnung, wie sich ein Kater (vom Alkohol verursacht) anfühlt. Aber nach allem, was ich gehört und gesehen habe, muss ich da heute recht nah dran gewesen sein.

Aber wie bekommt man vom Lesen einen Kater? Das Rezept ist ganz einfach. Man gehe spät ins Bett, nehme sich ein besonderes Buch mit und lese bis morgens um halb fünf Uhr. Natürlich ohne am nächsten Tag ausschlafen zu können. So gesehen hatte ich dann doch schon öfter einen Lesekater. Ich erinnere mich besonders intensiv an „Ein ganzes halbes Jahr“ von Jojo Moyes (Nicht-Rezension), das ich eigentlich gar nicht lesen wollte und dann nicht wieder aus der Hand legen konnte. Hinzu kam der hohe emotionale Faktor, der mich aufputschte und nicht einschlafen ließ – und die Tränen. Habt Ihr schon mal wegen eines Buch so sehr geheult, dass Ihr Euch hinterher wie ausgelaugt gefühlt habt?

Lesekater Hummeln im HerzenGanz so schlimm war es dieses Mal eigentlich nicht. Das Buch, das mir heute Nacht den Schlaf geraubt hat, war nämlich eher ein heiterer Liebesroman. „Hummeln im Herzen“ von Petra Hülsmann hat mich dann aber offensichtlich emotional so aufgepeitscht, dass ich nicht wie üblich nach drei Seiten eingeschlafen bin. Ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen und tropfte vor lauter Rührung ab und zu meinen Schlafanzugärmel voll. Die unangebracht überzogene Gefühlsduselei schiebe ich mal auf Übermüdung. Glücklicherweise hatte ich das Buch auf dem e-Reader und ich konnte noch weiter lesen, als mein Mann schon ins Bett kam. Er hat trotz meiner Schluchzer wohl gar nicht mitbekommen, dass ich fast die ganze Nacht gelesen habe, denn er war heute morgen voller Mitgefühl für meine „Krankheit“. Das ist der Vorteil des Lesekaters – man riecht ihn nicht!

Inzwischen geht es mir dank meiner rücksichtsvollen Familie wieder gut – mein großen Mädels hatten vollstes Verständnis für nächtliches Lesen – und ich freue mich ehrlich gesagt total darüber, dass mich ein Buch mal wieder so richtig mitgerissen hat. Nur die von Petra Hülsmann werde ich wohl nicht noch mal abends im Bett beginnen.

Bei welchem Buch hattet Ihr zuletzt einen Lesekater?!

© Tintenhain

6 Kommentare

  1. Also einen Lesekater hatte ich zum Glück noch nie, trotz einiger durchgelesener Nächte.
    Aber ich gehöre auch zu denen, die eigentlich nie einen richtigen Kater haben. Vielleicht schließt das bei mir auch den Lesekater mit ein. 😀

  2. Definitiv bei „Die Hütte“ Ich war total erkältet und habe dann nur noch geheult. war nicht sehr genesungsfördernd. Ansonsten habe ich eher Filmkater.

  3. Hallo Mona,
    einen Lesekater hatte ich soweit ich mich erinnern kann auch noch nicht. Also zumindest keine Kopfschmerzen. Ausgelauft vom vielen Heulen kenn ich dagegen nur zu gut. Besonders schlimm war es bei „P.S. Ich liebe dich“ von Cecelia Ahern. Das Buch habe ich in einem Ritt durchgelesen, nur vom Essen unterbrochen.
    Aber auch bei „Ein ganzes halbes Jahr“ war es ähnlich.
    Ich würde „P.S. Ich liebe dich“ sehr gerne noch einmal lesen, aber sobald ich den ersten Satz anfange, kommen die Tränen und ich leg das Buch wieder weg.

    Liebe Grüße

    Tina von Tina’s Leseecke

  4. Hallo Mona,

    ich kenne zwar Katerstimmung, aber vom Lesen habe ich sie noch nie bekommen. (Das ist der Vorteil, wenn man einen Vergleich hat^^).

    Süß, dass sich deine Familie um dich gekümmert hat und dir dein Mann wegen deiner kurzzeitigen Erkrankung Ruhe gönnte. 😀 Sehr fein! Sollte ich wohl auch mal probieren.

    Die Nächte durchgelesen habe ich natürlich schon. Mein letztes Mal dürfte aber schon länger her sein, weil es mir spontan gar nicht einfällt. Bei „Bienensterben“ habe ich jedenfalls die Nacht (fast) durchgemacht und bei meinem ersten Stephen King „Friedhof der Kuscheltiere“ konnte ich auch nicht mehr schlafen. 😀

    Liebe Grüße,
    Nicole

  5. Ach deshalb fühle ich mich morgens hin und wieder wie gerädert, inklusive Tränensäcken bis zu den Knien und einfach nur uuähhh. Oft kommt das ja nicht vor bei mir, dass mich ein Buch so sehr in Beschlag nimmt, sodass ich eine ganze Nacht durchlese, vergesse auf die Uhr zu gucken und mich dann der Schlag trifft, wenn ich es dann doch tue und mich gequält und mit knackenden Knochen in die Senkrechte begebe, um in die Arbeit zu dackeln.
    Irgendwie haben solche Hangover-Bücher einen Ehrenplatz verdient, findest Du nicht? Irgendwie schön, wenn man über so ein Buch stolpert, egal wie man sich am nächsten Tag fühlt und puhh, wie man danach aussieht.
    Mein letztes Buch ist noch gar nicht so lange her und das war „Nighttrain: Next Weird“. Gut war, dass ich frei hatte und auf Besuch auf dem Land war. Am liebsten hätte ich auch noch tagsüber weitergelesen und ich war richtig genervt als der Besuch bei der Verwandtschaft anstand. Das kenne ich von mir normalerweise nicht XD.
    An ein Buch kann ich mich noch sehr gut erinnern, da ich da wirklich eine Nacht durchmachte und anschließend in den 12-Std.-Dienst musste. Das war „Splitter“ von Fitzek. Die letzte Seite habe ich sogar noch während des Zähneputzens gelesen. Die Müdigkeit überkam mich erst, als ich das Buch zuklappte.
    Hach, schön sind solche Bücher *seufz*.

    Liebe Grüße aus Wien
    Conny

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