Karen M. McManus: One of us is lying [Rezension]

Cover One of us is lying
Cover © CBJ Verlag

An einem Nachmittag sind fünf Schüler in der Bayview High zum Nachsitzen versammelt. Bronwyn, das Superhirn auf dem Weg nach Yale, bricht niemals die Regeln. Klassenschönheit Addy ist die perfekte Homecoming-Queen. Nate hat seinen Ruf als Drogendealer weg. Cooper glänzt als Baseball-Spieler. Und Simon hat die berüchtigte Gossip-App der Schule unter seiner Kontrolle. Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes. Simon wollte am Folgetag einen Skandalpost absetzen. Im Schlaglicht: Bronwyn, Addy, Nate und Cooper. Jeder der vier hat etwas zu verbergen – und damit ein Motiv… (Klappentext © cbj Verlag)

Zwei Schülerinnen und drei Schüler der Bayview High müssen nachsitzen. Sie wurden trotz Verbots mit einem Handy im Unterricht erwischt. Während die fünf Jugendlichen noch darüber debattieren, dass sie reingelegt wurden und völlig zu Unrecht im Chemieraum einen Aufsatz schreiben müssen, erleidet Simon einen allergischen Schock.

Schnell ist klar, das war kein Unfall und jeder der vier anderen Schüler hatte ein Motiv. Denn Simons Gossip-App „AboutThat“ kennt jeder an der Bayview High und just am nächsten Tag hatte er geplant ein Posting abzusetzen, in dem er die intimsten Geheimnisse der vier anderen preisgeben wollte.

Die Geschichte wird aus wechselnder Ich-Perspektive der vier Schüler*innen erzählt und man muss ein bisschen Aufmerksamkeit darauf verwenden, wer gerade erzählt. Da die Charaktere sehr unterschiedlich und geradezu klischeebehaftet sind, fällt dies jedoch nicht schwer. Nur wenn es um die sportlichen, coolen Typen an der Schule und die hübschen, angesagten Mädels geht, besteht Verwechslungsgefahr. Anfangs halten die Jugendlichen sich sehr bedeckt, doch nach und nach kommt immer mehr zum Vorschein, was sie bewegt und was sie zu verbergen haben. Dabei entstehen neue Koalitionen und Freundschaften. Letztendlich entwickeln sich alle weiter. Jeder der jungen Menschen hat sein Päckchen zu tragen, egal ob er oder sie nun gerade angesagt und erfolgreich ist oder nicht.

So muss Cooper, der Baseballstar am Sportlerhimmel, dem immensen Erfolgsdruck durch seinen Vater standhalten, während Abby von ihrer narzisstischen Mutter auf ein Leben als „ideale Ehefrau“ getrimmt wird und eigentlich nie gut genug ist. Bronwyn hat das Gefühl das Leben ihrer kranken Schwester Maeve mitleben zu müssen und engagiert sich überall an der Schule – Misserfolg ausgeschlossen. Nur von Nate wird nichts erwartet. Wegen Drogenbesitzes hat er bereits eine Strafe verbüßt, sein Vater vegetiert zumeist volltrunken am Stadtrand in der Sozialsiedlung vor sich hin. Nates Mutter ist längst über alle Berge. Eigentlich klar, dass man von so einem nicht viel erwarten kann. Oder?

„One of us is lying“ konnte mich sehr schnell in seinen Bann schlagen und ich vermochte es kaum, das Buch aus der Hand zu legen. Das Buch liest sich spannend und durch die schnellen Wechsel zwischen den Personen auch sehr schnell. Der erzählerische Aufbau hat mir sehr gefallen, da man das Gefühl hat, jeden besser zu verstehen. Interessant war hier auch immer die Eigen- und Fremdsicht.

Je besser ich die vier jungen Leute kennenlernte, umso mehr konnte ich mit ihnen fühlen. Besonders die Entwicklung der Charaktere hat mir extrem gut gefallen und bereits während des Lesens war mir klar, dass „One of us is lying“ eins meiner Jahreshighlights werden würde. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung!

© Tintenhain

Leseprobe

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Einzelband
Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: cbj (26. Februar 2018)
Originaltitel: One of us is lying
Übersetzung aus dem Amerikanischen: Anja Galić
ISBN-10: 3570165124
ISBN-13: 978-3570165126
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Preis: € 18,00 [D]
Bücherei
Cover One of us is lying
Cover © CBJ Verlag

5 Kommentare

  1. Guten Morgen Mona,

    als ich das Buch zum ersten Mal entdeckt hab mit dem Vergleich zum „Breakfast Club“ war ich sofort neugierig. Ich weiß natürlich, dass es mit dem Film nichts zu tun hat, aber der Aufbau klingt auf jedenfall spannend! Ein paar kleine Kritiken hab ich schon in einigen Rezensionen gelesen, aber das war nicht so wild.
    Jedenfalls freut es mich, dass es dir so gut gefallen hat – jetzt rutscht es auf der Wunschliste wieder ein Stück weiter nach oben 🙂

    Liebste Grüße, Aleshanee

    1. Hallo Alex,

      jetzt musste ich erst mal gucken, was der „Breakfast Club“ ist. Die Ausgangssituation und der Grundtenor sind ganz ähnlich, nur kommen eben noch der rätselhafte Tod von Simon und die Verdachtsmomente hinzu. Man kann an dem Buch kritisieren, dass die Charaktere klischeebehaftet sind, andererseits ist meine Meinung zu Klischees, dass sie ihre Berechtigung haben. Es hat ja einen Grund, warum wir sie haben und wie sie zustande kommen. Diese Jugendlichen mit ihren Problemen gibt es ja tatsächlich, sonst hätte das Klischee nicht entstehen können. Ich mochte sehr die Entwicklung der Charaktere, das stand für mich bald mehr im Vordergrund als die Suche nach Simons Mörder. Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, Zeit mit den Jugendlichen zu verbringen, was ich dem Erzählstil der Autorin zuschreibe.
      Versuch es mal mit dem Buch. Deine Meinung würde mich interessieren.

      Liebe Grüße,
      Mona

      1. Du kennst den Film nicht? O.O Unbedingt anschauen, der ist Kult! 😀
        Die 5 Jugendlichen in dem Film stehen ja auch für die Klischees schlechthin und ich fand ihn damals schon super gemacht und schau ihn auch heute noch gerne an! Gerade deshalb hat es mich natürlich gereizt, als der Vergleich mit dem Buch angesprochen wurde. Natürlich ist die Geschichte hier eine andere, erinnert aber eben von der Ausgangssituation daran. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt!

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