Florian Beckerhoff: Frau Ella [Tintenspritzer]

Cover (c) List Verlag

Inhalt:
Siebenundachzig Jahre alt ist Ella Freitag als sie am Auge operiert werden soll, völlig unnötig wie sie meint, denn immerhin spürt sie da doch gar nichts und außerdem ist die Liste der Risiken zu lang. Doch die Ärzte sehen das anders. Erst als sie in das Zimmer von Sascha verlegt wird, trifft sie jemanden, der meint, dass die Entscheidung bei ihr selber läge.

Kurzerhand beschließt Sascha, dass Frau Ella bei ihm zu Hause zunächst besser aufgehoben ist und in den folgenden fünf Tagen verändert sich vieles im Leben der beiden verschiedenen Menschen.

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Kurzweilig und amüsant beginnt die Geschichte um Sascha und Frau Ella, doch noch während man versucht herauszufinden, wohin das Ganze steuern wird, bekommt man das Gefühl, dass Steuermann Florian Beckerhoff das Ruder schon aus der Hand gegeben hat. Immer wenn man den Eindruck hat, die Personen endlich näher kennen zu lernen, entziehen sie sich wieder. Am ehesten bekommt man noch Zugang zu Frau Ella, die für das Althergebrachte, Beständige, die Kriegsgeneration, aber auch für langweiliges Spießertum und Vernunftehe steht. Sascha und seine Freunde sollen wohl das Gegenteil darstellen, zielloses Dahintreiben lassen, Konsum und Genuss, Abenteuer und der verzweifelte Drang, etwas Besonderes aus dem Leben machen und die große Liebe finden zu müssen.
Meinem Geschmack nach ist die Geschichte für dieses Thema zu hektisch. Eben noch im Krankenhaus, schon zu Hause bei Sascha, wird man von Szenario zu Szenario katapultiert. Florian Beckerhoff versucht, die Kluft zwischen den Generationen durch den jeweiligen Sprachstil der Personen zu verdeutlichen, schießt dabei aber manchmal über das Ziel hinaus. Sehr gut hat mir das durchgängige Kaffeethema gefallen, als Lebensart und Verbindungselement.
© Tintenelfe
August 2009 – Diese Kurzrezension wurde zuerst auf einem anderen Blog veröffentlicht.

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