Karen Duve: Regenroman [Rezension]

Cover © Kiepenheuer & Witsch

Als der Hamburger Schriftsteller Leon sein Traumhaus am Rande eines ostdeutschen Moores findet, scheint alles bereit für eine glückliche Idylle. Aber das Moor und der Morast menschlicher Beziehungen sind tückisch. So wie die Schneckenplage und der unablässige Regen die Grundmauern des Hauses angreifen, so durchdringen Gleichgültigkeit und Kälte Leon und seine Ehe. Ein zugelaufener Hund und die erotischen Verwirrungen um die herbe Kay und ihre nimmersatte, fette Schwester Isadora beschleunigen den Zerfall … (Klappentext © Kiepenheuer & Witsch)

Leon, ein von sich überzeugter Dichter und Schriftsteller, kauft sich mit seiner jungen Frau Martina ein Haus in einem Moorgebiet Ostdeutschlands, um dort in aller Ruhe die Biographie des Boxers und Zuhälters Pfitzner zu schreiben. Doch nichts entwickelt sich so, wie es sollte. Der anhaltende Dauerregen zieht sich nicht nur ins Gemäuer des Hauses, sondern zerstört auch nach und nach die brüchigen Fundamente, auf denen Leon und Martina ihrer Beziehungen bauen.

Duve erzählt den Roman mit Witz und Ironie und verschont den Leser auch nicht vor bildhaft beschriebenen Gewalt- und Ekelszenen. Plätschert der Roman zu Beginn noch wie der Dauerregen dahin, so nimmt er im letzten Drittel an Fahrt auf und ergießt sich in einer Sintflut, die alles hinweg spült. Die Charaktere haben meiner Meinung nach wenig Tiefgang und sind eher stereotyp, beim Lesen empfand ich rein gar nichts für die Personen, nicht einmal Mitleid.

Ein Buch, das man nicht unbedingt gelesen haben muss, das aber durchaus Diskussionspotential birgt.

©Tintenhain


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Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: KiWi-Taschenbuch (7. September 2018)
ISBN-10: 3462052438
ISBN-13: 978-3462052435
Preis: € 12,00 [D]
Bücherei

Cover Regenroman
Cover © Kiepenheuer & Witsch

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